Karl-Heinz Grins

MIT DEM PORSCHE ÜBERN ACKER

Einmal am Rad drehen dürfen...

Sie tuckern und tuckern und tuckern: Zwei Dinslakener restaurieren alte Trecker der Nobelmarke.

 

Seinen ersten Porsche hat sich Dietrich van Laak 1951 angeschafft. Ein Cabriolet. Knallorange und laut. Und höhergelegt. Machte Sinn: "Biste besser mit inne Gemüsekulturen ´reingekommen." Bauern denken eben pragmatisch. Dem klassischen Neunelfer-Fahrer mag an dieser Stelle der Schweiß ausbrechen. Mit ´nem Porsche übern Acker jagen? Kein Thema. Dafür war er schließlich gemacht, der AP 17. Wobei jagen in Zusammenhang mit seinen Fahrleistungen etwas fehl am Platze ist - mit 17 Pferdestärken und Diesel im Tank war wohl eher juckeln angesagt. Denn der AP 17 ist ein Traktor. Der erste, den Ferdinand Porsche auf den Wirtschaftswundermarkt brachte. 56 weitere Modelle sollten bis 1963 folgen.Die gemütlichsten Gefährte, die das kraftfahrzeugtechnische Genie Porsche konstruierte, sind heute begehrte Objekte von Sammelleidenschaft. Die Oberlohberger Dietrich van Laak, 75, und Karl-Heinz Grins, 50, haben einige Dutzend der alten Schätzchen in diversen Hallen stehen.

 

Am Anfang stand das Mitleid

 

Ein sauberes Dutzend. Restauriert und blankpoliert sehen die Trecker é der Fachmann spricht von Schleppern é aus, wie frisch vom Fließband gefahren: "Die sind alle fahrtüchtig und vom TÜV abgenommen", sagt Herr van Laak.

 

Am Anfang der Leidenschaft stand Mitleid: "Da stand so einer ziemlich marode in der Nachbarschaft herum, den haben wir dann wieder auf Vordermann gebracht", erinnert sich Karl-Heinz Grins. Machte Lust auf mehr. Mit nachbarschaftlicher Hilfe - "da geht einiges an Zeit drauf, man kann das nicht alleine schaffen" - ließen die beiden einen alten, irgendwo vergessen herumrostenden Porsche-Trecker nach dem anderen wie weiland Phoenix aus der Asche auferstehen.

 

Sie machen es einem aber auch einfach, sie zu gern zu haben, die alten Schätzchen: "Also, die Porsche, die sind erstmal super einfach in der Wartung - Haube auf und alles ist leicht erreichbar - und sie laufen immer. Wie ein Volkswagen", lobt der 50-jährige Grins die Zuverlässigkeit.

 

Als Volksschlepper sollten sie denn auch einst, als Blut und Boden elementare Bestandteile nationaler Ideologie waren, dem Bauern Pferd und Ochsen ersetzen. Weil aber in den frühen Vierzigern mehr Schwerter als Pflugscharen gefragt waren, wurde aus dem Volksschlepper erstmal nichts. Nach dem Krieg trat Porsches Traktor seinen Siegeszug durch die Landwirtschaft an. Luftkühlung, Leichtbauweise, ölhydraulische Kupplung und ein mit knapp 4500 Mark günstiger Anschaffungspreis machten den AP 17 zum Lieblingsschlepper der Bauern im Lande. Die "Treckeritis" sei damals eine grassierende Seuche gewesen, erinnert sich van Laak. Neben den technischen Highlights hatten die Porsche aber auch noch andere Vorzüge: "Die Porsche-Trecker kommen mit einer schlanken Taille daher, nicht so plump wie die andern."Ein Grund wohl auch, so mutmaßen die beiden Enthusiasten, warum das weibliche Geschlecht den landwirtschaftlichen Maschinen so zugetan sei: "Frauen finden die Porsche-Trecker toll." Stimmt, sagt Frau Grins: "Das sind einfach die schönsten."

 

Eindruck bei der Damenwelt

 

Deshalb packt sie auch gerne bei der Restaurierung mit an: "Manchmal pinsele ich mit. Und poliert habe ich sie auch schon." Okay, ein bisschen Verständnis habe sie anfangs schon aufbringen müssen, als die Traktoren in ihr Leben traten. "Aber für meinen Mann ist das ja auch Stressausgleich."

 

Eindruck bei der Damenwelt hat Dietrich van Laak in der Kur geschunden: "Ist schon was, wenn Du sagen kannst, dass Du ein paar Porsche-Cabrios in der Garage stehen hast", feixt er.

 

Bewundern kann man die mittlerweile auch bei den sportlichen unter den Porsche-Fahrern angesagten Oldtimer am 1. Mai auf der Dinslakener Trabrennbahn. Dann nämlich werden van Laak, Grins und andere Porsche-Trecker-Sammler vom Niederrhein "wir sind so 30 Mann, die dieses Hobby haben" mit ihren polierten Schätzchen an einem Porsche-Tag teilnehmen.

Hier posieren (v.l.n.r.) Junior, Grins, Laak, AP 17
Natürlich für die Damenwelt. Wegen der schlanken Taille.
Sind es nicht einfach die schönsten?
...es sind die schönsten !!! Egal in welchem Maßstab...
Und sie gehen ab wie ´ne Rakete...
Porsche Diesel - da strahlt sogar die Sonne.

(Eingang am 12.Dez. 2003 von unserem Mitgied Karl Heinz Grins)

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Dem Charme des Schleppers erlegen

(Geschichte vom Porsche Diesel Stammtisch Niederrhein)

 

Wie der kleine Junior einen anguckt, so aus seinen knuddelig runden Augen. Wie ein Mittelding aus Käfer und Ente. Und dann das herzige Prött-Prött-Prött des tapferen Motörchens. Ist richtig süß. Dietrich van Laak (75) und Karl-Heinz Grins aus Dinslaken sind den charmanten Schleppern mit Herz und Handwerkszeug erlegen.

 

Ist noch gar nicht so lange her, da entdeckten sie den ersten Porsche, der völlig malade und verrostet in einer nahen Scheune stand. Ein Anblick zum Gotterbarmen. 1995 war´s, als sie das arme Treckerchen wieder flott machten. "Aus Jux", erzählt Karl-Heinz Grins, im Zivilberuf Brandamtsrat in Dinslaken. Inzwischen besitzt die Nachbarschaft einige Dutzend dieser rüstig-rustikalen Oldtimer. "Gerade letzten Sonntag haben wir den zwanzigsten bekommen", sagt Grins. Und freut sich schon auf die Arbeit daran.

 

Altbauer van Laak kann sich noch prima an die Zeit erinnern, als der Porsche Schlepper nicht Hobby war, sondern handfeste Hilfe, um dem Acker das tägliche Brot abzutrotzen. Ein Schlepper ersetzte zwei Mann und zwei Pferde in den Gemüsekulturen. Dafür waren 4200 Mark günstig, 1951. In der Mittagspause konnte man auf dem Verdampfungs-Kühler die Eier zur Brotzeit brötscheln. Und van Laak erzählt gern, dass er "damals schon Porsche Cabrio gefahren" sei.

 

Porsche und Trecker? Eine eigenwillige é aber folgerichtige Kombination: Ferdinand Porsche erfand den Käfer und dazu passend den Schlepper. Volks-Wagen und Volks-Trecker: einfach, preiswert, nicht kaputt zu kriegen. Und im Notfall leicht zu reparieren. "Ein Bauer, der das nicht kann, ist kein Bauer", sagt Dietrich van Laak. Eben wie VW: "Der läuft und läuft und läuft", so Karl-Heinz Grins. Wie prima der Porsche läuft, das merken die Oberlohberger mit jeder neuen Ruine, die auf dem van Laak´schen Hof landet: verrostet und vergammelt vielleicht, aber nie total im Eimer. "Motormäßig waren die alle noch da", lobt Grins. "Vom Grundkonzept her sind die stabil. Die rosten nur."

 

Die zehn fertig restaurierten Trecker sind wahre Glanzstücke geworden, überwiegend in Ferrari-Rot. Ein gutes Jahr Arbeit steckt in jedem. Freizeitspaß für van Laak, Stressausgleich für Feuerwehrmann Grins: "Abends nach einem schweren Einsatz mit dem Hammer auf ein Stück Metall hauen, das ist schön."

 

Inzwischen macht die ganze Nachbarschaft mit, wenn ein neuer Porsche in Arbeit ist.

 

57 verschiedene Ausführungen seines Schleppers hat Porsche zwischen 1950 und 1962 gebaut. Vom putzigen Junior mit einem Zylinder über den Mittelklasse-"Super" bis zum kräftigen "Master" (der kostete 1960 über 15 000 Mark) mit vier Zylindern. Das ganze im Baukasten-System: Fast alle Teile sind untereinander austauschbar. "Aus einem Vierzylinder könnte ich auch vier Einzylinder machen", sagt Grins und klappt zwei Hauben hoch zum Beweis: "Sehen Sie? Hier alle vier schön hintereinander. Und da ist nur einer."

 

Zwischen 12 und 50 PS leisteten die Motoren, genug für Tempo 18 bis 40. Genug auch für die tägliche Feldarbeit. Und gar nicht zu vergleichen mit den Monstern, die den Bauern heute die Arbeit erleichtern. Kaum noch vorzustellen, wie das damals ging. "Mit einem Porsche haben die früher alles gemacht. Heute hat jeder Bauer fünf große Trecker in der Scheune stehen", sagt Karl-Heinz Grins.

 

Die ersten Porsche-Schlepper wurden in Schwaben von Allgaier produziert (Modell AP 17), bevor ein Werk in Friedrichshafen am Bodensee aufgebaut wurde. Der Baukasten-Trecker war nicht nur Marktführer in seinem Bereich, sondern 1959/60 das am zweithäufigsten zugelassene Fahrzeug überhaupt. Im Wirtschaftswunderland herrschte "Treckeritis". Der Schlepper ist inzwischen eine echte Rarität, selbst Ersatzteile sind kaum zu finden. Van Laak und Grins sind froh über jedes Teil, das irgendwo noch auftaucht.

 

Karl-Heinz Grins geht vollkommen in seinem Hobby auf. Er sammelt alles, was mit Porsche-Schleppern zu tun hat: Alte Unterlagen, Modelle. Anders als Landwirte sieht er mehr in den knuffigen Kraftpaketen als "nur" ein Arbeitsgerät. Was ihn ärgert: Wenn Oldtimer-Sammler vorfahren und gleich einen mitnehmen wollen. Keine Chance. "Ich geb´ hier nicht ein Teil ab. Dafür steckt zuviel Arbeit drin. Wenn man sieht, wie die wieder auferstehen. Sozusagen von Geburt an . . ." Spricht´s und streicht seinem Standard T über die Haube, der mit Planen und Decken verhüllt in einer Scheune steht. "Das ist mein liebster", sagt der Feuerwehrmann.

 

Dietrich van Laak steht neben ihm und schaut auch ganz verliebt auf das Traktörchen. "Wie schön das ist . . ." Die Dinslakener Porsche-Trecker sind tadellos restauriert, fahrtüchtig, vom TüV abgenommnen und zugelassen.

Wenn das ein Schönheitswettbewerb wäre...
... der Junior müsste sein Maul gar nicht so weit aufreissen...
... er ist und bleibt einfach der Schönste !
Und “von wegen” Ferrari-Rot. RAL 3002 ist das.

(Eingang am 13.Dez. 2003 von unserem Mitgied Karl Heinz Grins)

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DIE PORSCHE-JUNGS VOM NIEDERRHEIN

Beim Treffen "Dampfpflügen am Niederrhein" in Wesel-Schermbeck im August 2002

So sehen 3 der 16 !!! Porsche / Allgaier von hinten aus.
Nur gepflügt haben se nich´ mit dem blauen Ding.
Da war der Lack wohl noch zu frisch...
Und so sehen die Porsche / Allgaier von vorne aus.
Unglaubliche 16 Stück haben die Jungs um Karl-Heinz Grins
und seinen Freund Dietrich van Laak zusammengetrommelt
A 111, Junior, AP 17, Standard, Super und Master.
Und alle waren in einem durchweg schönen bis supergutem Zustand vertreten
Apropos vertreten. Das sind unsere niederrheinischen “Porsche-Vertreter”.
Oder besser gesagt: ein paar von ihnen.
Van Laak fehlt. Der macht wohl gerade einen Probeflug mit seiner Rakete.
Kalle Grins macht die Traktor-Pulling-Trecker mit seinem sauschnellen AP 17 naß.
Die beiden haben den Container über die Bahn gezogen daß es eine Freude war.
Später hat er´s dann nochmal mit dem Master gemacht.
aber das war einfach zu schnell für meine Kamera
Ach so:
Dampfpflügen gabs natürlich auch.
Mit altem Dampf und mit neuester Technik
Aber was ist das schon gegen Porsche Diesel ?!

(Eingang am 17.Okt. 2002 von unserem Mitgied Karl Heinz Grins)

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