Büttenwarder

Nach langer Planung, etlichen Probefahrten, Ausschilderung der gesamten Tour und einen Brief an Petrus mit der Bitte um schönes Wetter, sollte die erste Sommertour der Region Ostsee nun endlich stattfinden.

 

 

Schon kurz nach 8:00 Uhr rollten die ersten Rotnasen dem Treffpunkt entgegen. Mit viel Geschick wurden die Traktoren auf dem kleinen Parkplatz eingeparkt. Zum Schluss standen 14 Porsche Diesel, 2 Allgaier und 1 VW T1-Bulli dicht gedrängt auf dem Gelände. Dies alles geschah unter den Augen von Kurt Brakelmann und Adsche Tönnsen, den wohl bekanntesten Bauern aus Büttenwarder. Und genau dieses Büttenwarder wollten wir besuchen. Leider konnten Kurt und Adsche nicht persönlich erscheinen und schickten deshalb ihre Doubles (lebensgroße Pappkameraden). Außerdem schloss sich uns noch ein Kamerateam des NDR an. Die Moderatorin, ein Kameramann und ein Toningenieur wollten für die Sendung „DAS“ des NDR von unserer Tour berichten. Sofort nahm das Fernsehteam seine Arbeit auf und interviewte einige der Teilnehmer.

 

 

Punkt 9:00 Uhr wurde zum Frühstück eingeladen. Meine Frau Silke und meine Tochter Sonja standen schon seit 7:30 Uhr in der Küche, um uns mit lecker belegten Brötchen und Kaffee zu verwöhnen. Nachdem wir uns reichlich gestärkt hatten, mussten unsere Begleiter, Kurt und Adsche noch verladen werden. Sie wollten unbedingt wieder zurück nach Büttenwarder, denn dort wartete schon ihr geliebtes Lütt un Lütt auf sie. Aber wie sollten die beiden reisen?

 

 

Schon Tage vorher hatte ich den kleinen Anhänger von Günter ausgeliehen und mit der Hilfe von Thomas dem Tischler eine Transportvorrichtung gebaut. Nun wurden Brakelmann und Tönnsen unter lautem Gejohle auf den Hänger gehievt und mit Gurten befestigt. Sicherheitsgurte mussten sein. Ohne diese, so hatte es mir der Bürgermeister von Büttenwarder Herr Dr. Waldemar Schönbiehl noch mit erhobenem Zeigefinger auf den Weg gegeben, dürfen die beiden nicht reisen. Aber so gesichert konnte es losgehen. Langsam setzte sich der gesamte Zug in Bewegung. Voran diesmal ein oranger Allgaier AP22 mit mir als Tourführer, danach kam Günter mit seiner Frau Gitti und den beiden Ehrengästen. Den Schluss bildete der Porsche-Diesel-Service-Bulli.

 

 

Lang war die erste Etappe allerdings nicht. Schon nach weniger als 2,5 km wurde zur Überraschung aller eine Pause eingelegt. Volker hatte zum kleinen Sektumtrunk geladen. Nachdem die Gläser geleert waren, ging es weiter. Gott sei Dank hatten wir uns Mut angetrunken, denn nun kam ein Feldweg mit extremem Gefälle. Der Abstand wurde vergrößert und ab ging es. Die Trecker hatten keine Mühe, aber ich hatte den Bulli vergessen. Erst dachte ich, das wird nie etwas, aber Karl-Heinz hat den T1 gut im Griff. Und so stand der Bulli den Rotnasen in nichts nach.

 

 

Die Tour führte über Nebenwege quer durchs südliche Stormarn. Entlang kleiner Dörfer, über ruhige Nebenstraßen und Feldwege ging es weiter Richtung Büttenwarder. Alles lief glatt, bis Herrmann seinen Junior an den Straßenrand lenkte. Die kleine Rotnase gab merkwürdige Geräusche von sich. Also Motorhaube auf und nach kurzer Zeit war das Problem gefunden. Die Lagerung des Lüfterrades hatte ihren Geist aufgegeben. An einer Weiterfahrt aus eigener Kraft war nicht mehr zu denken. Kurzentschlossen setzte Hartmut mit seinem Junior zurück und nahm Herrmann in Schlepptau. Alles wurde ausführlich vom NDR-Fernsehteam dokumentiert. Gegen 12:30 Uhr erreichten wir endlich den Gasthof „Unter den Linden“, die Lieblingskneipe von Kurt Brakelmann und Adsche Tönnsen. Dort brutzelten schon die Bratkartoffeln vom leckeren Mittagessen.

 

 

Appetit hatten Kurt und Adsche nicht, aber Lütt un Lütt wollten sie schon haben. Also befreiten wir sie von ihren Sicherheitsgurten, hakten beide links und rechts unter und trugen sie in die Kneipe. Dort standen schon zwei kühle Blonde und zwei eiskalte Kurze auf dem Tresen.  Einige nutzen die Chance zu einem Foto mit Büttenwarders berühmtesten Söhnen. Weiter wollten sie uns nicht begleiten und so fuhren wir alleine weiter nach Linau.

 

 

In Linau-Busch besuchten wir das kleine Museum der Linauer-Oldtimer Gemeinschaft. In der Ausstellung „Vun Hus un Hoff“ gab es allerlei zu entdecken. Der Vorsitzende der LOG Andreas Stolt erklärte alles, aber das brauchte er gar nicht. Immer wieder hörte man: „Das hatten wir früher auch“ oder „Auf so einer Schulbank habe ich auch gesessen“. Viele Erinnerungen an die Kinderzeit wurden wieder wach. Wir hätten gerne noch weiter im Museum gestöbert, aber wir mussten die Rückfahrt antreten. Über Schleichwege ging es weiter zum  Gut Trenthorst. Vor dem Herrenhaus hatte meine Frau und mein Sohn Simon eine große Kaffeetafel aufgebaut. Kaffee, das war jetzt das richtige. Auch der Kuchen war super lecker.

 

 

Während die ersten schon zur Kaffeetasse griffen, gab es einen ganz besonderen Anblick. Volkers Master erschien und im Schlepptau hatte er den Master von Harald sowie den Junior von Hermann.

 

In Büttenwarder hatte Harald Hartmut beim Abschleppen abgelöst. Leider braucht auch ein Master, wenn er einen anderen abschleppt, mehr Diesel. Und so kam, was kommen musste. Der Tank des Masters war auf einmal leer und nun waren zwei Porsche ausgefallen. Die Chance für Volker, der Abschlepper vom Dienst (Huckepack Wiek, allen Lübeckern ein Begriff) war gekommen. Kurzerhand wurde Master an Master gekoppelt und schon konnte die Karawane losziehen.

 

 

Petrus hielt Wort und es fing erst an zu regnen, als wir die Tische und Bänke der Kaffeetafel wieder verladen hatten. Zur Freude aller, hielt der Regen aber nicht lange an. Und so erreichten wir, nachdem alles wieder getrocknet war, unseren Ausgangspunkt. Die Schlepper wurden wieder auf die Trailer geladen und gut verzurrt.

 

 

Zum Abschluss der Tour wurde noch der Grill angeworfen. Mit einem kühlem Bier, Grillwurst und netten Gesprächen endete die erste Sommertour unserer Region.

 

 

Die gesamte Tour war ein voller Erfolg. Aber ohne die Hilfe meiner Familie wäre dies nicht möglich gewesen. Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Frau. Wochenlang hörte sie nichts anderes als Sommertour, Porsche Diesel und Büttenwarder. Außerdem hat sie Brötchen geschmiert, Kaffee gekocht, Kuchen gebacken, Tische aufgebaut und alles mit einem Lächeln auf den Lippen.

 

Danke Silke.

 

 

Aber er gab noch weitere Helfer. Allesamt keine Mitglieder des PDCE.

 

 

Thomas, der Tischler

 

Andreas und Yvonne, die Fotografen

 

Sonja, die Frühstücksfee

 

Simon und Timo, die Grillmeister

 

Andreas, der Museumsführer

 

 

Auch Ihnen ein herzlichen Dank im Namen aller

 

 

Stefan