Raimund Pfannes

42 Jahre in Familienbesitz - und er wird es noch sehr lange bleiben!

 

1968 kam der abgebildete Porsche Diesel Standard auf den Hof meiner Eltern in einem kleinen Dorf in Mainfranken. Damals war ich gerade 3 Jahre alt.

Zuvor tat ein Allgaier Wasserverdampfer gute Dienste auf dem Hof der kleinen 6 ha Landwirtschaft mit Kühen, Schweinen und Hühnern.

Mein Vater hatte den Porsche angeschafft, weil er selbst inzwischen eine Arbeitsstelle außerhalb unseres Dorfes hatte und unsere kleine Landwirtschaft nun im Nebenerwerb vorwiegend von meiner Mutter und meinem Großvater bewirtschaftet wurden.

Beide konnten jedoch den Allgaier mit der etwas umständlichen Prozedur mit Zündplättchen und Kurbel nur sehr schwer starten; einen elektrischen Anlasser besaß dieser damals nicht.

 

So entschied mein Vater, dass „etwas Moderneres“ her musste und kaufte den damals 10 Jahre alten Porsche-Diesel Standard 218 mit ölhydraulischer Kupplung bei der Firma Wolf in Mainbernheim.

Er kostete damals 4.200 D-Mark und der Allgaier wurde in Zahlung genommen. Um 1970 wurde noch ein Fritzmeier-Verdeck montiert.

 

Als mein Vater bereits 1982 verstarb, wurde die Landwirtschaft aufgegeben- doch der Porsche nicht verkauft. Ich nutze ihn noch regelmäßig zur Holzarbeit im Wald. Auch meine Mutter fuhr ihn noch bis vor einigen Jahren immer wieder einmal  zu Erledigungen, da sie nie einen Autoführerschein besaß.

Schon als kleines Kind immer  besonders für Porsche-Diesel begeistert, hatte ich schon in meiner Jugend viel Spaß bei der Arbeit mit diesem Traktor.

 

2005 habe ich den Standard dann restauriert und auch gleich mit einer etwas schnelleren Übersetzung versehen. Später kamen sogar noch eine voll funktionsfähige Hydrostop-Anlage und Zwillingsräder dazu. Trotzdem wird der Standard nach wie vor regelmäßig zur Waldarbeit insbesondere im Winter verwendet.

 

2006 bin ich in dem Porsche-Diesel-Club-Europa beigetreten, habe viele nette Gleichgesinnte kennengelernt und mit diesen schon etliche schöne Ausfahrten unternommen.

 

2007 erwarb ich  noch einen  Porsche Super 308N,  der nach über 17.000 Betriebsstunden einer gründlichen Restaurierung mit erheblichem Aufwand bedurfte. Doch nach drei Jahren Arbeit in der Garage erstrahlt auch dieser in neuem Glanz und wird nun für häufige Ausfahrten und Treffen eingesetzt.

Dabei sind durch den Einbau des Schnellgangs  auch 150 km Anreise auf eigener Achse kein Problem. Inzwischen war dieser Traktor auch in der Rhön sowie beim Porsche-Day am 1. Mai in Dinslaken unterwegs. Auch zu den interessanten Stammtischtreffen der Region Frankfurt-Spessart nehme ich je nach Treffpunkt 80 -140 km gerne in Kauf. Da kamen seit Mai 2010 in 70 Betriebsstunden schon über 1000 km zusammen

 

Nun müssen sich meine beiden Söhne und Porsche-Traktor-Enthusiasten  Matthias und Christian nicht mehr streiten, wer von den beiden ab und zu im Wald steuern darf.

Etwas haben sie beide längst entschieden: Die Porsche Traktoren werden noch sehr, sehr lange auf unserem Hof bleiben!

 

Die Bilder zeigen den Wasserverdampfer und den Standard auf dem elterlichen Hof, jeweils mit mir am Steuer. Das vom Standard dürfte so um 1969 entstanden sein, das vom Wasserverdampfer im Frühjahr 1968 kurz vor dessen Verkauf.

Das Bild mit dem restaurierten Standard wurde 42 Jahre später an der gleichen Stelle des Hofes gemacht, die ehemalige Scheune im Hintergrund wurde von mir zu unserem Wohnhaus umgebaut.

 

 

Raimund Pfannes, im August 2010

 

Info
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