Dolomiten 2009

Teilnahme des Stammtisch Frankfurt-Spessart an der Dolomitenausfahrt des PDCE.

Als kurz vor Weihnachten 2008 die Ausschreibungsunterlagen für die jährliche Großveranstaltung des PDCE im Jahre 2009 im Briefkasten steckte, versprach das Programm eine einmalige Tour im September 2009 in den Dolomiten.

Auch vom Stammtisch Frankfurt-Spessart hatten sich schon früh 11 Teilnehmer angemeldet und reisten am Mittwoch, dem 16.09.2009 mit 5 Porsche- und 2 Allgaier-Traktoren aus dem Rhein-Main-Gebiet an.

Es war zwar eine recht lange Fahrt mit dem Trailer zu bewältigen, doch diese verlief reibungslos und besser als erwartet.

Das Treffen sollte in dem 1022 Meter hoch gelegenen kleinen südtiroler Ort Pfalzen in der Nähe von Bruneck an der Pustertaler Sonnenstraße stattfinden (www.pfalzen.info).

Das Programm versprach drei Tage mit großartigen Ausfahrten in und oberhalb des Pustertales.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass vier Schlepper unserer Stammtischmitglieder mit Autolastzügen transportiert wurden.

Zwei Autotrucks (Unikate) der Firma BLG, aus Bremen kommend, sammelten die vier Traktoren am vereinbarten Verladeort ein. Der Betriebsleiter Udo, der ehemalige Abteilungsleiter Hubert und Guido hatten es sich nicht nehmen lassen, persönlich die Traktoren in die Dolomiten zu überführen. Der langjährigen Erfahrung von Hubert ist es außerdem zu verdanken, dass alle Schlepper rechtzeitig vor Ort waren. Einen vollbeladenen Truck bestückt mit 8 Traktoren 300 m den Berg abwärts und rückwärts zu fahren, das macht ihm so schnell wohl keiner nach!

Nach der Ankunft in Pfalzen und den ersten Begrüßungen von Vereinskameraden wurden die Fahrzeuge abgeladen und in einer großen Tiefgarage in der Ortsmitte neben dem Rathaus gut geschützt abgestellt. Danach erfolgte die Registrierung der Teilnehmer und die Ausgabe der Veranstaltungsunterlagen und die Quartierverteilung im Gasthof Jochele (www.jochele.it).

Man traf viele bekannte Gesichter und beim späteren Abendessen wurden viele nette Gespräche geführt.

Abends begann es leider zu regnen und dies hielt auch die ganze Nacht an.

Eine nicht sonderlich verheißungsvolle Wetterprognose für die nächsten Tage sorgte am nächsten Morgen beim Aufstehen für manch banges Gesicht und die Suche nach Regenkleidung im Gepäck.

Doch während des Frühstücks ließ der Regen nach und wir konnten die Rotnasen trocken vor dem Festzelt aufstellen. Nach der Begrüßung mit klangvoller Blasmusik folgte ein herzliches Willkommen durch den Bürgermeister, den Vorsitzenden des Fremdenverkehrsvereins und auch des Präsidenten vom PDCE, Harald S.Stegen.

Harald versprach dabei sogar den Sonnenschein und garantierte diesen!

Im Anschluss gab es noch eine südtiroler Brettljause mit leckerem Schinken und Käse, die jedoch manchem nach dem morgendlichen Frühstück zu üppig war. Also wurde improvisiert und die Jause als leckere Wegzehrung in Tüten verpackt auf den Treckern verstaut.

Als wir dann die Motoren zur ersten Ausfahrt starteten, drückten sich doch tatsächlich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und die Regenjacken konnten trocken wieder ausgezogen werden. Die Garantie von HSS war wirklich etwas wert!

Nach festgelegter Reihenfolge und Einweisung durch die Organisatoren nahm jeder der etwa 80 Porsche-Traktoren seinen vorher festgelegten Platz ein.

Nach bewährter Manier wurde in „Zylinderklassen" eingeteilt: Junior und Standard zuerst, dann Super und Master.

In Begleitung von zwei Porsche Cayenne mit gelbem Rundum-Warnlicht auf dem Dach, dem vereinseigenen blauen VW- T1-Bulli als „Nachhut" führten die drei „Scouts" vom Stammtisch Südtirol mit ihren Taktoren die Kolonne zielsicher entlang der geplante Route..

Die Traktoristen wurden durch das Taufertal zunächst entlang der Ahr über wunderschöne Nebenstrecken bergauf und bergab und später vorbei an grünen Wiesen und Wäldern in nordöstlicher Richtung geleitet.

Bei der Überquerung der Hauptstraße in einer Ortsdurchfahrt zeigte sich dann auch, warum bereits morgens zwei Fahrzeuge der Carabinieri mit in der Aufstellung waren:

Die Scouts verlangsamten die Geschwindigkeit, sodass die gesamte Gruppe dicht aufschließen konnte. Nachdem der Scout am Ende seinem Kollegen an der Kolonnenspitze per Funktelefon die Vollständigkeit der Gruppe gemeldet hatte, sperrten die Carabinieri die Ortsdurchfahrt und die 85 Traktoren konnten ungehindert passieren, ohne dass der lange Tross abriss. Hier zeigte sich wieder einmal mehr die perfekte Planung und das einwandfreie Zusammenspiel der Organisatoren.

Weitere unübersichtliche Abbiegungen im Streckenverlauf der nächsten Tage wurden immer wieder durch das „Streckenpersonal" in den beiden Porsche Cayenne gut sichtbar für den Verkehr abgesichert. 

Am Berggasthof „Amaten" oberhalb Brunecks sollte uns eine deftige Mittagsmahlzeit erwarten. Der Berggasthof befand sich jedoch gerade in einem Umbau außen am Gebäude; und es kamen in Anbetracht des am Haus arbeitenden Baggers erste Zweifel auf, ob es hier auch wirklich etwas gäbe, um die schon wieder knurrenden Mägen zu füllen. Doch im Inneren des gemütlichen Berggasthofes (www.amaten.it) erwartete uns bereits eine lange gedeckte Tafel und ein reichhaltiges Salatbuffet. Nach dem ersten Vitaminstoß folgte dann deftiges Schnitzel, Kartoffelsalat und Brot. Alles zusammen sehr lecker!

Diejenigen, die vor der Abfahrt nochmal eben das stille Örtchen aufsuchten, machten eine besondere Erfahrung:Zunächst eher romantisches Halbdunkel, weil die Beleuchtung aufgrund der abgeschalteten Stromleitung durch Kerzen ersetzt worden war- doch gleichzeitig ein Abenteuer, weil auf der anderen Seite der Wand die Baggerschaufel einen Anbau zertrümmerte und man befürchten konnte, bei einem winzigen Fehler des Baggerführers im nächsten Moment von der Schaufel schmerzhaft in eine Stelle der Körperrückseite gezwickt werden zu können…

Doch auch diese Übung haben alle gut überstanden und nun ging es weiter fernab der Hauptstraßen zurück über St Lorenzo nach Pfalzen. Der erste Tag bescherte uns etwa 45 km Fahrtstrecke und erste Eindrücke des bergauf- und bergab Fahrens in den Kolonne.

Nach dem Abstellen der Traktoren in der Garage war noch etwas Zeit um einen Cappuccino zu trinken oder den Ort zu erkunden, bevor der Abend beim gemütlichen Beisammensein ausklang. 

Der Freitag begann früh, bereits um 8:00 Uhr war der Start geplant, sollte es doch ein langer Tag werden.Zwar spürte man noch etwas die Feuchtigkeit in der Luft, aber über uns strahlte schon der blaue Himmel als wir zur zweiten Tour aufbrachen.

Heute sollte uns die Route von 1.000 auf 2000 Meter Meereshöhe führen.

Noch ahnte niemand, welch hervorragende Streckenplanung Josef Hopfgartner und sein Team vom Stammtisch Südtirol da für uns ausgearbeitet hatten.

Über Onach, Rina und Antermeia schraubte sich die Kolonne langsam (mit meist nur wenig mehr als 6 Stundenkilometern) immer höher hinauf bis wir am Ende das Würzjoch (Passo delle Erbe) auf 2003 Metern erreichten. Die Traktoren hatten dabei bergauf ganz schön zu schnaufen; leider aber auch manche Fahrer, die hinter den (glücklicherweise nur einzelnen) „Rauchgasmaschinen" herfahren mussten. Einige Motoren erwiesen sich leider als nicht gut eingestellt und trübten mit ihrer extremen Rußentwicklung die Fahrfreude der nachfolgenden Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes erheblich ein. Das Fahren am Berg stellt eben auch bei Traktoristen höhere Anforderungen an Mensch und Maschine als in der Ebene.

Nach einem vorzüglichen Mittagessen im Restaurant auf der Passhöhe mit Blick auf den 2875 Meter hohen Peitlerkofel ging es bereits nach einer knappen Stunde Rast für die ganz Verwegenen schon wieder weiter. Ein Teil der Gruppe entschied sich, die Pause zu verlängern und den angebotenen kürzeren Rückweg zu nehmen. Diese Entscheidung hatte jedoch leider zur Folge, dass ein Regenguss über den Traktorbesatzungen deren Rückweg einfeuchtete.

Etwa die Hälfte der Gruppe fuhr über das Würzjoch bergab wieder 1000 Höhenmeter hinunter um dann im nächsten Tal wieder die 1900 Meter Marke und ein Hochplateau zu erklimmen. Hier ging es dann über fast 20 km unbefestigte Wege, teils Schotter, teils Steine, teils Schlamm aber gut fahrbar entlang eines Hochplateaus. Die Spätsommersonne schien aus voller Kraft und der stahlblaue Himmel lachte.

Es war unglaublich, wie viele Wanderer uns fröhlich zuwinkten, ein Lächeln zeigten oder den Daumen nach oben hielten. Sogar Beifall wurde manchmal geklatscht, als die Kolonne vorbeiratterte.

Oberhalb der Rastnerhütte auf 1930 mtr wurden die Traktoren aufgestellt, wobei sich viele Fahrer als echte „Flachlandtiroler" herausstellten und die Maschinen nur mit der Handbremse gesichert bergab parkten. Es soll schon häufiger vorgekommen sein, dass die Sperrklinke der Handbremse ausgerastet ist, versehentlich gelöst wurde und sich ein Traktor verselbstständigt hat…

Andere Fahrer wurden dagegen aber auch gesehen, die für die Tour eigens große Unterlegkeile angeschafft, mitgeführt und auch benutzt hatten. Das hat doch Nachahmungs- charakter! 

Zum Kaffee gab es leckeren Apfelstrudel und von ein paar fröhlichen Wanderern wurden wir mit Akkordeon und Tanz vor der Hütte begrüßt.

Man konnte von hier aus einen guten Blick auf die Zillertaler-, Pfunderer- Tauferer- und Riesenferner Bergwelt genießen.

Die anschließende Abfahrt durch ein langes Waldstück, zunächst über Schotter und später asphaltiert war dann eine reine Erholung, ging es immer schön gleichmäßig bergab.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir an diesem Tag über Privatgrundstücke und Almen fahren durften, die die Landwirte eigens für uns freigegeben und ihre Zäune geöffnet hatten. Selbst für Mountain-Biker ist diese Strecke sonst tabu!

Ein großartiges Panorama, bestes Wetter und eine wunderschöne Streckenführung machten diese Fahrt zum unvergesslichen Erlebnis. 

Nachdem wir 11 Stunden und ca. 75 Fahr-Kilometer seit unserer Abfahrt wieder zurück in Pfalzen waren, war nun Eile unter der Dusche angesagt, denn für den Abend stand ein 5-Gänge Menü auf dem Programm. Bei Akkordeonklängen und Harfenbegleitung wurde es ein sehr gemütlicher Abend mit vorzüglichen Speisen, einem guten Glas Wein und netten Unterhaltungen, der auch erst nach Mitternacht sein Ende fand. Am zweiten Abend war das Zusammensein schon lockerer, trauten sich doch jetzt viele, nach dem Essen ihre „Stammtische" zu verlassen und mit den Porsche-Diesel Freunden der anderen Regionen über unsere gemeinsame Leidenschaft zu plaudern. 

Der Samstag wurde dann etwas ruhiger angegangen, nach einem ausgiebigen Frühstück wurden zuerst einige Bilder vor dem Rathaus gemacht und dann die Traktoren zur Abfahrt bereit gestellt.

Um 9:30 Uhr ging es dann los, zunächst über die Landstraße nach Stegen (nein, hier ist nicht unser Präsident sondern ein Stadtteil von Bruneck gemeint) nach Bruneck hinein. Hier standen viele Menschen am Straßenrand und winkten uns freundlich zu.

Die Carabinieri ermöglichten uns durch ihre umsichtigen Verkehrsregelungen wieder einmal mehr ein reibungsloses Überqueren der Kreisel und Vorfahrtstraßen.

Vor dem Stadtkern bogen wir rechts ab um über einen sonst gesperrten Weg oberhalb der Stadt entlang des Waldrandes dem Fluss Rienz (ehemals die Puster) zu folgen. Neben einigen kleineren Steigungen war es eher eine ruhige Fahrt fernab vom Verkehr.

In Richtung Gsieser Tal (val Casies) folgten wir dann der Straße links ab nach Taisten wo unser Ziel das am Ortsende gelegene Hotel Alpenhof war (www.alpenhof.bz)

Hier wurden wir bereits durch eine Abordnung des Personals von weitem durch Zuwinken begrüßt.

Obwohl die Wiese neben dem Hotel lang genug war, reichte sie nicht aus um alle 85 Traktoren in einer Reihe nebeneinander aufzustellen. Ein beeindruckendes Bild entstand, als die vielen Rotnasen mit einigen orangen und grünen Allgaier-Farbklecksen und der Porsche- Diesel Fahne in der Mitte entlang des Weges den Fußgängern eine Parade boten.

Hier wurden etliche Male die Kameras gezückt, denn so einen Anblick bekommt man nicht alle Tage geboten!

Im Hotel Alpenhof gab es dann Spanferkelbraten mit Speckknödel und Blaukraut, was den hungrigen Traktoristen herrlich schmeckte. Auf der Sonnenterasse wurde noch ein Espresso oder Cappuccino genossen, bevor es dann gut gestärkt zur Weiterfahrt ging.

Entlang der Höhenzüge stets mit Blick auf die Rienz ging es dann weiter in Richtung Antholzer Tal, dann führte die Route über Rasun und Sankt Lorenzen.

Nach etwa 60 Kilometern waren wir wieder zurück in Pfalzen und es wurden die Traktoren gleich wieder auf die LKWs und Anhänger verladen.

Der südtiroler Abend im Gasthof Jochele wurde zum Höhepunkt. Nach der Begrüßung der Ehrengäste gab es viele Spezialitäten aus der Region zu verkosten; die Getränke wurden zu unserer Überraschung von Porsche Italia S.p.A gestiftet.

Später gab es noch die Möglichkeit, bei „zünftiger Musi" das Tanzbein zu schwingen-was dann auch gerne angenommen wurde! 

Die rundum gelungene und bestens organisierte Veranstaltung wurde am Sonntag morgen nach dem gemeinsamen Frühstück im Festzelt offiziell beendet wonach sich die meisten Teilnehmer nach und nach auf den Heimweg begaben. 

Abschließend unseren ganz besonderen Dank an Josef Hopfgartner mit all seinen Helfern vom Stammtisch Südtirol , die diese einzigartigen Touren geplant und ausgearbeitet haben, Kurt Gatterer als einem unserer„Scouts" , der nie müde wurde alle neugierigen Fragen zu beantworten, der Familie Paul Hainz und ihren Mitarbeitern für die hervorragende Bewirtung und nicht zuletzt dem Vorstand des PDCE der diese tolle Veranstaltung geplant und organisiert hat.

Vielen Dank auch an die Gemeinde Pfalzen mit ihren 2700 Einwohnern für die freundliche Aufnahme und allen Helfern vor und hinter den Kulissen, die diese einmalige Veranstaltung ermöglicht haben.

Sie wird sicherlich allen Teilnehmern lange in guter Erinnerung bleiben. 

                                                                                                         Jan Holighaus

 

 

... auch andere Stammtische ließen ihre Traktoren
mit Autolastzügen transportieren (s. letzte 2 Fotos)
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