Ausfahrt 06.06.2009

Ausfahrt nach Schwanberg-Iphofen und Besuch des Museumsdorfs Mönchsondheim

 

 

Dem Regen entkommen

 

„Bewölkt und vereinzelt Schauer bei 18 bis 21°C“, so lautete die Wetterprognose für die Region Willanzheim in Unterfranken für Samstag, den 06.06.09.

So wurde die geplante Ausfahrt des PD- Stammtisch Frankfurt-Spessart zum Schwanberg bei Iphofen auch nicht vorher abgesagt.

Nach einem ersten Schauer in der Nacht war es Samstag morgens dann bewölkt, jedoch trocken. So begaben sich der Organisator der Tour und der Autor dieses Berichtes  voller Hoffnung zum Treffpunkt bei einer Feldscheune am Ortsrand von Willanzheim im schönen „Weinfranken“.

Leider fielen dann pünktlich zum Eintreffen der Teilnehmer, die bis zu 170 km mit dem Trailer anreisten, um 10:00 Uhr die ersten Regentropfen- gefolgt von  einem länger anhaltenden Dauerregen.

Man war sich einig, das ein Start der Ausfahrt im strömenden Regen sicherlich keinen Spaß bringen würde, so wurde der Tagesplan kurzfristig abgeändert.

Der  von unserem Mitglied Raimund Pfannes  vorab geplante „kulturelle Teil“ der Ausfahrt, ein Besuch des Kirchenburgmuseums in Mönchsondheim, wurde vorgezogen. Mit den verladenen Traktoren im Schlepp ging es mit den PKWs und Trailern ins nahegelegene Mönchsondheim, einem unterfränkischen 180 Seelen-Dorf,  welches inzwischen einen  Stadtteil von Iphofen darstellt.

 

Als Bauerndorf hatte Mönchsondheim kein Recht, eine Stadtmauer zu errichten, weshalb die Kirchenburg zur Lagerung der Vorräte und als Fluchtburg ab dem 14. Jahrhundert  errichtet wurde.

Das Kirchenburgmuseum  à (www.kirchenburgmuseum.de) ist in seiner Art einzigartig, da alle Gebäude an originaler Stelle stehen und nicht - wie bei allen anderen Freilandmuseen aus anderen Orten - zusammengetragen wurden. Bereits seit 1975 beschäftigt sich die Gemeinde mit dem Erhalt und der Pflege dieses historischen Kulturgutes.

Einzelne Gebäude stammen schon aus früherer Zeit, doch den Mittelpunkt bietet die barocke Burgkirche von 1688 umgeben von Gaden, in denen teilweise längst vergangene Handwerkstechniken wie Wagner, Schuster, Schreiner, Büttner oder Töpfer  gezeigt werden. Die ev. Kirche wurde 1980 renoviert und es werden regelmäßig Gottesdienste darin abgehalten.

Gut beschirmt erkundeten wir zunächst die Außenanlage der Kirchenburg, da ließ auch der Regen keine schlechte Laune aufkommen.

Gute Stimmung verbreitete auch unsere fröhliche Museums-Führerin, Irina Valentin.  Sie verstand es, mit Charme und Humor den Alltag des dörflichen Lebens der guten alten Zeit vor unseren Augen wieder lebendig werden zu lassen. Dabei blieb auch eine Lehrstunde in fränkischem Dialekt nicht aus:

„Sundi gwaa, schöö gwaa. Plootz gass’n, guat gwaa !“

Übersetzt ins Hochdeutsche:

In Sondheim gewesen, schön ist es gewesen. Kuchen gegessen, gut ist er gewesen!

 

Danach  wurde noch das Dorfgasthaus von 1790 mit seiner originalen  Einrichtung aus den zwanziger Jahren und der darüber liegende Tanzsaal besichtigt, wo früher bei zünftiger Blas-Musik die Burschen und Mädle für „ein Zehnerl die Runde“ das Tanzbein schwangen und auch manche Bande für’s Leben geknüpft wurde.

Im alten Rathaus von 1557 konnte dann noch die ehemaliger Gemeindebäckerei und die Posthilfsstelle sowie die Wohnung des Gemeindebäckers aus den fünfziger Jahren besichtigt werden.

Den Abschluss der gelungenen Museumstour bildete eine „Schulstunde“, in der wir  die  originalen Schulbänke von 1927 drücken durften. Frau Valentin schlüpfte in die Rolle der Lehrerin und wir konnten erfahren, worauf der Lehrer damals achtete:

„Die Hände auf den Tisch…, …zeigt Eure Fingernägel,…ich möchte mal Dein weißes Leinentaschentuch sehen,  ...Du da hinten, wiederhole mal, was ich gerade gesagt habe- oder hast Du wieder nicht aufgepasst?  ...Richtig, aber bitte antworte in einem ganzen Satz:…“

Für uns eine ganz andere Erfahrung und mancher war froh, nicht in der damaligen Zeit zur Schule gegangen sein zu müssen. 

 

Letztlich  war noch eine zünftige Stärkung in der Kirchenburgschänke angesagt, wo wir im rustikalen Keller einen leckeren Mittagsimbiss einnahmen.

Gerade waren die  Servietten zur Seite gelegt, da hörte es auf zu regnen und die Wolken ließen sogar einige Sonnenstrahlen durch.

 

So nahmen wir unsere ursprüngliche Planung wieder auf, fuhren zurück zur Feldscheune und luden die Traktoren ab. Raimund hatte vorab wunderschöne Wege ausgekundschaftet und sich bei der Planung der Strecke sehr viel Mühe gemacht.

 

Begleitet von den beiden Nachwuchs-Traktoristen Matthias und Christian starteten wir auf zwar feuchten Wegen aber trocken von oben durch die malerische Umgebung in Richtung Schwanberg, der mit 474 Meter höchsten Erhebung des Staigerwaldes am Stadtrand des mittelalterlichen Iphofen. à (www.iphofen.de).

Rund um den Schwanberg gibt es 290 ha Weinanbaufläche, die meisten Steilhänge sind in Südlage und Lagen wie der Iphöfer Kronsberg, Iphöfer Kalb und Iphöfer Domherr sind weltweit durch ihre Qualität bekannt.

So ging es bergauf durch die wunderschön grünenden Reben und am höchsten Punkt in den Weinbergen wurden noch ein paar schöne Fotos gemacht.

 

Der Rückweg führte dann durch das malerische Iphofen, eine 2.800 Einwohner zählende Stadt aus dem Mittelalter. 741 erstmals urkundlich erwähnt, wurde Iphofen   1293 durch den Würzburger Bischof zur Stadt erhoben und begann mit dem Bau der Festungsanlage.

Durch das Rödelseer Tor (eines von drei noch erhaltenen Stadttoren) fuhren wir über den Festungsgraben in die Stadt ein und hielten noch zu einem schönen Foto. Dann ging es weiter durch die malerische Altstadt, über den historischen Marktplatz und durch das Einersheimer Tor aus der Stadt hinaus wieder zurück nach Willanzheim.

 

Im Anwesen von unserem Mitglied und Organisator der Tour, Raimund Pfannes, wurden wir dann von dessen Frau herzlich mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen empfangen. Nach dem Aufstellen der Porsche-Diesel-Fahne und den üblichen Fotos saßen wir dann noch gemütlich an der leckeren Kaffeetafel zusammen.

Wundersamer Weise war dabei gar nicht mal Porsche-Diesel das Tischgespräch, vielmehr unterhielt man sich angeregt über das Erlebte im Kirchenburgmuseum und die fränkische Kultur sowie die Weine im Frankenland. Hier konnte uns Raimunds Frau als ehemalige Weinprinzessin einige sehr interessante Informationen und Geschichten liefern.

Gegen 17:30 Uhr ging es dann zurück zur Feldscheune, wo die Traktoren wieder verladen wurden und man sich verabschiedete.

Niemand der Teilnehmer hätte am Morgen noch daran geglaubt, dass der Tag einen so wunderschönen Verlauf nehmen würde. Nicht nur alleine das Porsche-Diesel-Fahren macht den Reiz einer solchen Veranstaltung aus, auch das Entdecken von Neuem und die Gemeinsamkeit mit Gleichgesinnten in Verbindung mit unserem schönen Hobby machen viel Spaß.

Da es am Abend immer noch trocken war, unternahmen die beiden verbliebenen Teilnehmer noch eine 20 km- Runde mit ihren Rotnasen in der spärlichen Abendsonne durch die Gemarkung Wilanzheim, die dem Tag dann einen krönenden Abschluss gab.

Herzlichen Dank auf diesem Wege auch nochmal an Renate und Raimund für Bewirtung und Organisation!

 

 

 

Jan Holighaus

Info
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