Tipps & Co.

Wer verschenkt Geld?

 

Schlepperfahrer, die mit einem

H-Kennzeichen herumfahren, tun das!

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Die Kfz-Steuer für einen Traktor, der mit H-Kennzeichen zugelassen wird, beträgt - wie bei allen anderen "Oldtimern" auch - 191 Euro und muss immer für ein volles Jahr, also 12 Monate, entrichtet werden.

 

Lässt man den Traktor mit "normalem" schwarzen Kennzeichen zu, zahlt man im allgemeinen weniger. Noch günstiger ist eine "Saison-Zulassung."

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Somit verschenken Fahrzeughalter mit dem H-Kennzeichen Geld und das auch noch an das Finanzamt.

 

Das häufig vorgebrachte Argument, das H-Kennzeichen bräuchte man wegen der "Innenstadt-Fahrverbote" in den sogenannten Umweltzonen, ist falsch! Näheres dazu siehe weiter unten.

 

Im Detail zur Kfz-Steuer für Schlepper:

 

Aus der Schlüsselnummer der Fahrzeugpapiere ergibt sich, dass Schlepper land- und forstwirtschaftliches Zugfahrzeuge, also "Nutzfahrzeuge" sind. (Auch dann, wenn sie nur als Liebhaberfahrzeuge betrieben werden und nie wieder Wald noch Wiese unter die Reifen bekommen.) 

  

Als Nutzfahrzeuge werden Traktoren nach ihrem "verkehrsrechtlich zulässigen Gesamtgewicht" versteuert. Schaut in der Zulassung unter F.2 nach!

 

Der jeweilige Jahres-Steuersatz ergibt sich aus einer Formel, die sich nur Steuerbeamte ausdenken können. Deshalb hier eine kleine Tabelle:

 

Zulässiges Gesamtgewicht von...bis:     Jahres-Steuersatz

 

-   von 1001 bis 1200 kg:                            68 €

-   von 1201 bis 1400 kg:                            79 €

-   von 1401 bis 1600 kg:                            90 € 

-   von 1601 bis 1800 kg:                          101 €

-   von 1801 bis 2000 kg:                          113 €

 

Lässt man seinen Traktor mit einem Saison-Kennzeichen nur für bestimmte Monate zu, ist sogar nur der anteilige Zeitraum zu bezahlen!

An die 191-€-Marke des H-Kennzeichens stößt man also erst mit Traktoren von 3000 kg und mit einemit 9-Monate-Saison-Kennzeichen von 4 Tonnen! 

 

Beispielsweise beträgt der Steuersatz

-   von 3001 bis 3200 kg:     185 € jährlich (für Saison 9 Monate: 139 €)

-   von 4001 bis 4200 kg:     249 € jährlich (für Saison 9 Monate: 187 €)

 

Sofern der Schlepper weniger als 4 t wiegt, läßt man diesen also am besten mit einem "Saison-Kennzeichen" zu.

 

Auf die Zulassung mit grünem Kennzeichen wird hier nicht eingegangen, weil dies eine land- oder forstwirtschaftliche Tätigkeit voraussetzt, die gegenüber dem Finanzamt glaubhaft gemacht werden muss. Fahrzeuge mit grünen Kennzeichen dürfen übrigens nicht an Schlepperausfahrten teilnehmen, auch wenn das meistens ohne juristische Folgen bleibt.

 

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"Kuchenblech" am Traktor??

Traktoren bis max. 20 km/h bekommen jetzt bei den Zulassungsstellen ohne Probleme oder lange Diskussionen ein "Kleinkraftrad-Kennzeichen". Man muss sein "Schmuckstück" also nicht mehr mit einem "Kuchenblech" verschandeln! 

 

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Traktor-Fahrverbote in den Umweltzonen?

Die Zusatzschilder an den Zufahrten zu innerstädtischen Umweltzonen suggerieren, dass diese nur von Kraftfahrzeugen mit einer grünen Plakette befahren werden dürfen.

 

Dem ist nicht so. Auch Kraftfahrzeuge ohne grüne Plakette dürfen die Umweltzonen befahren. Das ergibt sich aus § 2 Absatz 3 der Feinstaubverordnung (35. BImSchV).

Welche das sind, steht in der Anlage 3 dieser Verordnung.

Unter Ziffer 3 sind land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge aufgeführt. Die Ausnahme stellt nicht auf eine land- oder forstwirtschaftliche Tätigkeit in der Umweltzone ab, sondern generell auf die Zulassung als land- und forstwirtschaftliche Zugmaschine. 

 

Da es auch Ordnungshüter geben soll, die nicht sehr rechtskundig sind, ist es nicht verkehrt, beim Schlepperfahren in Umweltzonen diesen Auszug in Kopie mitzuführen, wenn man überflüssige Diskussionen abkürzen will.

 

Da viele Leute glauben, dass nur Oldtimer mit H-Kennzeichen bzw. roter 07er-Nummer die Umweltzonen befahren können, lässt mancher Schlepperfahrer seinen Traktor als Oldtimer mit H-Kennzeichen zu. Das ist aber nicht erforderlich!

 

 

Auszug

Zum Ausdrucken den Link anklicken:

FeinstaubVO.pdf

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Geschwindigkeitsschilder für Traktoren?

 

Bei der Neuabnahme eines Porsche-Junior-Schleppers, der bekanntlich im Normalfall eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h hat, hat ein TÜV-Prüfer bemängelt, dass bei diesem Fahrzeug das erforderliche 20-km-Schild fehle!

 

Der TÜV-Prüfer hat nicht Recht!

 

Auch die schnelleren Traktoren benötigen meistens kein derartiges Schild: 

 

Rechtslage:

Landwirtschaftliche Zugfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 32 km/h sind von der Verpflichtung zur Führung derartiger Kennzeichnungen befreit!

 

Nachzulesen in der Straßenverkehrszulassungs-Ordnung § 58 Absatz 4.

 

 

Zum Ausdrucken den folgenden Link anklicken.

par58StVZO.pdf

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Letzte Änderung: 29.01.17

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