Kleinmachnow 2011

 

Saisonabschluß 2011 in Kleinmachnow

 

Die Idee entstand Anfang September bei „Kaiserwetter“ während der Mittagspause am Fuscher Törl an der Großglockner-Hochalpenstraße:

 

„Das kann doch noch nicht alles gewesen sein!“ „Nein! Natürlich nicht!“

 

Da aber Petrus im Jahr 2011 sehr unberechenbar war, mußte flexibel agiert werden.

Also keine Ausfahrt mit großem organisatorischen Aufwand nebst entsprechendem Vorlauf, sondern eine ad-hoc-Veranstaltung genau zum geeigneten Augenblick.

 

So trafen sich die fahrbereiten Junioren aus Berlin und Umgebung „auf Zuruf“ bei herrlichstem Herbstwetter in Kleinmachnow.

 

Die Bewohner dieses idyllischen Vorortes, der mit Wannsee und Grunewald-Villen durchaus mithalten kann, staunten nicht schlecht über das Knattern von Traktoren an einem sonst so ruhigen Sonnabendvormittag.

 

Zusammen mit dem lilafarbenen Traktor von Luise standen schließlich insgesamt fünf Traktoren auf dem Rasen des Gastgebers. Leider fehlten vier andere Schlepper, die seit längerer Zeit in einschlägigen Werkstätten auf ihre Fertigstellung warten.

 

Also machte sich der kleine Konvoi auf den Weg durch Kleinmachnow nach Dreilinden. Dies ist ein Vorort, dessen Namen fast alle gehört haben, den aber kaum jemand jemals gesehen hat. „Dreilinden“ hieß der Kontrollpunkt zu West-Berlin, den alle Transitreisenden auf der Autobahn von und nach West-Deutschland passiert haben.

 

Der Ortsteil selber, total abgeschnitten durch die Transitautobahn und die Grenze am Teltow-Kanal, war absolutes DDR-Sperrgebiet, das nur mit besonderer Genehmigung bewohnt und schon gar nicht besucht werden durfte.

 

Heute führt zwar eine Neubau-Brücke über die Autobahntrasse und der ehemalige  

DDR-Kontrollpunkt Drewitz ist zu einem Gewerbegebiet mutiert, in dem ein weltbekannter Internet-Dealer residiert. Aber der Ortsteil „Dreilinden“ liegt immer noch im tiefen Dornröschenschlaf. In dem waldreichen Areal liegen nur wenige Häuser und Villen in idyllischer Lage, von der Großstadt Berlin ist hier nichts zu ahnen.

 

Wilfried hatte eine Route „über Stock und Stein“ ausgetüftelt und die Porsche-Diesel waren in ihrem Element. Am Ufer des Teltowkanals wurde ein interessanter Zwischenstop an der ehemaligen „GÜSt“ eingelegt, so die amtliche Abkürzung für eine „Grenz-Übergangs-Stelle“ der DDR. Hier mitten im Wald lagen die Dienstgebäude der DDR-Grenzer, die die Frachtschiffe vor der Weiterfahrt nach West-Berlin filzten und Republikfluchten verhinderten. Heute ist die Anlage zu einem schönen Campingplatz und einem kleinen Hotel- und Gastronomiebetrieb umgewandelt, wo man für wenig Geld       - ein paar Autominuten von der Autobahn 115 entfernt - übernachten kann.

 

Mitten im Wald von Dreilinden führt eine gut erhaltene Brücke über eine verwucherte Schneise: die S-Bahn-Trasse der ehemaligen „Leichenbahn“ zwischen Berlin und Stahnsdorf. Diesen Namen gaben die Berliner dieser S-Bahn-Linie, weil früher Verstorbene aus Berliner Kirchengemeinden nachts mit Spezialwaggons zur Beisetzung auf den Stahnsdorfer Zentralfriedhof gebracht wurden.

Die kleinkarierte „Politik“ hat auch nach der Wiedervereinigung entschieden, daß diese   S-Bahn-Verbindung zwischen Dreilinden und dessen westlichem Nachbarort Wannsee sowie alle früheren Straßenverbindungen dorthin gekappt bleiben. So wird Dreilinden auch künftig eine verkehrstechnische Insel in absoluter Einsamkeit sein.

 

Zurückgekehrt zu unserem Gastgeber in Kleinmachnow nahmen alle Porsche-Diesel-Freunde an den vorbereiteten Biertischen Platz, über einem qualmenden Feuer hing eine leckere heiße Gulaschsuppe. Die wärmende Nachmittagssonne bescherte allen einen goldenen Oktobertag wie aus dem Bilderbuch, Kaiserwetter wie einst am Fuscher Törl!

 

Es war eine rundum schöne Veranstaltung und alle, die gekommen waren, sagten „Das machen wir wieder!“

 

Danke Antje und Wilfried für Eure Gastfreundschaft! Danke allen Aktiven!

 

Bericht: Nietruch

 

Info
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