Fotos Elbtal-Auen 2012

     Freitag, 20. April 2012:

     Trotz gelegentlicher Zwangspausen - wie hier an der berüchtigten

     Bahnschranke in Karstädt -  bringen die sympathischen Fahrer René und

     Werner drei unserer "Rotnasen" schnell und sicher an das ferne Ziel in der

     brandenburgischen Prignitz.  

     Die mit Reet gedeckte historische "Alte Fischerkate" duckt sich tief hinter dem

     grünen Elbdeich. Sie wird für die nächsten Tage unser gemütliches und sehr

     gastfreundliches Standquartier sein.

     Die Vorfrau des Stammtischs Berlin-Brandenburg läßt es sich nicht

     nehmen, das neu erworbene Banner persönlich in einem alten

     Obstbaum an der Zufahrt zur Fischerkate zu hissen.

     Bis zum Abend wird sich die Zufahrt zur Alten Fischerkate mit roten

     Traktoren füllen, die aus nah und fern nach Mödlich gekommen sind.

     In der urigen Fischerkate ist für die Schlepper-Freunde eine große Tafel

     eingedeckt und der ambitionierte Küchenchef wartet darauf, die

     Wünsche der Gäste möglichst perfekt zu erfüllen.

     Unser Ehrenmitglied Heinrich Niederholz hat zusammen mit seinem

     Freund Bernd den weiten Weg vom Niederrhein an die Elbe geschafft

     und wird nicht nur von der Vorfrau begeistert begrüßt.

     Sonnabend, 21. April 2012:

     Am Sonnabendfrüh lacht die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel,

     als sich die Schlepper-Fahrer zur Ausfahrt sammeln, die in die

     mecklenburgische Residenzstadt Ludwigslust führen soll. 

 

     Am Anfang geht es schnurgerade durch das flache Marschland der

     brandenburgischen Elbtal-Auen bis zum Flüßchen Löcknitz, das hier

     die Grenze zu Mecklenburg bildet.

     Die Wiesen leuchten schon im satten Grün, aber die meisten Laub-

     bäume zeigen erst einen zartgrünen Schimmer.

     Durch Kiefernwald führt ein Sandweg auf die Trockenrasenwiesen bei

     Klein Schmölen, wo die Porsche-Schlepper sich auch einmal "off road"

     bewegen können. 

     Im Laufe von Jahrtausenden hat der hier vorherrschende Westwind den

     gelbgrauen Feinsand aus den Moränen der skandinavischen Gletscher

     herausgeblasen und bei Klein Schmölen zu Dünen aufgetürmt.

 

     Im Bootshafen von Eldena an der Müritz-Elde-Wasserstraße ist für die

     von der frischen Luft hungrig gewordenen Schlepperfahrer frisch

     Gegrilltes vorbereitet worden.

     Die Schleppermotoren können sich während der Mittagspause etwas

     abkühlen. Für den Fall der Fälle hat jeder Traktor eine Routen-

     beschreibung bekommen, damit niemand den Anschluß an den Konvoi

     verlieren kann.

     Unser Ehrenmitglied Heinrich ist bei allen Pausen ein viel gefragter

     Ratgeber, denn einige der Berliner haben durchaus technische

     Probleme mit ihren Traktoren. 

     Der Schlepper vom Niederrhein startet mit frisch gestärkter Mannschaft

     zur Etappe nach Ludwigslust. Leider haben sich die anfänglich

     freundlichen Cumulus-Wolken zu dunklen Schauerwolken verdichtet.

     Das Schloß bietet einen prächtigen Hintergrund für die kleine, aber feine

     Parade der Porsche-Diesel-Traktoren in der Residenzstadt Ludwigslust.

     Die instruktive Führung durch die historischen Räume straft diejenigen

     Lügen, die behaupten, daß Traktorfahrer sich nur für die schnöde

     Technik interessieren.

     Während der Kaffee-Pause auf einer romantischen Waldlichtung

     erwischt der erste Schauer die bislang trocken gebliebenen Porsche-

     Diesel-Fahrer.

 

     Nach Regen kommt Sonne! So lassen sich Kaffee und selbst

     gebackener Kuchen geniessen. Und die Hoffnung keimt, daß der letzte

     Teil der Rückfahrt trocken verläuft.

     Doch das erweist sich als trügerisch: Die nächste Schauerwolke läßt

     nicht sehr lange auf sich warten.

     Also: schnell aufsitzen und nichts wie los!

     Kurz vor Erreichen der gemütlichen Fischerkate wird noch einmal alles

     abverlangt: Aus Regen wird streckenweise Hagel, kalter Wind weht über

     das flache Elbmarschland, die letzten Kilometer fühlen sich endlos an.

     Endlich ist das Porsche-Diesel-Standquartier erreicht: Eine heiße

     Dusche und trockene Kleidung werden schnell für Wohlbefinden sorgen

     und die letzte feuchtkalte Stunde wieder vergessen lassen.

     Überraschend ist Harald S. Stegen nach Mödlich gekommen, von

     unserer Vorfrau Elke herzlich willkommen geheißen.

     Sonntag, 22. April 2012:

     Start zur zweiten Ausfahrt am Sonntag nach Rüterberg und Dömitz. Der

     PDCE-Präsident wünscht den Teilnehmern eine gute Fahrt.

     Die Beifahrer nehmen auf dem bequemeren Anhänger von Norbert

     Platz, wo sie von einer einheimischen Fremdenführerin interessante

     Dinge über Land und Leute erfahren werden.

     In der "Dorfrepublik Rüterberg" darf man jetzt wieder bis an das Elbufer

     fahren. In der DDR-Ära wäre dies ein schwerstes Verbrechen gewesen.

     Noch sind die Porsche-Diesel-Fahrer trocken geblieben. Aber schon wieder

     bilden sich über Niedersachsen bedrohliche Schauerwolken.

     Aufmerksam lauschen die Schlepperfreunde den Worten der

     ortsansässigen Fremdenführerin, die von den unglaublichen

     Verhältnissen berichtet, die hier während der DDR-Zeit herrschten, als

     der Ort mit seinen Einwohnern hermetisch eingeschlossen war.

     Die Festung Dömitz: Eine historische Grenzbefestigungsanlage, die seit

     dem Dreißigjährigen Krieg in der Region eine große Rolle spielte.

     Sie war lange Zeit Brandenburgs Bollwerk gegen feindliche deutsche

     Nachbarn und die fremden Truppen, die hier durchzogen. Heute eine

     Touristen-Attraktion.

     Aus den Kasematten und von den Wehrgängen der gut erhaltenen

     Anlage hat man weite Ausblicke auf das breite Band der Elbe und die

     grünen Vorlande des Stroms.

 

     Zügig geht es immer längs der Elbdeiche zurück nach Mödlich, wo in der

     Fischerkate eine heiße Erbsensuppe wartet. Gut gestärkt werden dann

     die Sachen eingepackt und die Traktoren transportklar gemacht.

 

 

     Ende gut, alles gut!

 

 

 

 

     Fotos: M. Nietruch (C), (11) F. Potröck (C)

 

     Text: Frank Nietruch

 

 

Info
PORSCHE-DIESEL Club Europa e.V.

Edisonstraße 25a
D-28357 Bremen / Horn-Lehe

Tel.: +49 421 27 81 98 19
Fax.: +49 421 27 81 98 29

Druckansicht Druckansicht