Fläming 2014

Mittelpunkt des Schleppertreffens 2014 der PDCE-Region Berlin-Brandenburg war das "Alte Lager" in der Nähe von Jüterbog. Hier haben Ulrich und Susanne Theilemann mit dem "Schlafwagenhotel" und dem dazu gehörigen "Oldtimercafé" mit viel Fantasie und Engagement ein einzigartiges Ensemble geschaffen, das für derartige Veranstaltungen hervorragend geeignet ist.

Zwei Waggons, eigentlich in der DDR für die Transsibirische Eisenbahn gebaut, waren nach der Wende in Russland plötzlich nicht mehr gefragt. Uli Theilemann holte sie ins Alte Lager und gestaltete die Abteile zu komfortablen Hotelzimmern um. Ein Waggon

der Reichsbahn kam noch dazu und rundet das Zimmerangebot ab. 

Die Kaufhalle des ehemaligen sowjetischen Militärstützpunkts wurde ersteigert und

zunächst zur Unterbringung einer Oldtimersammlung umgebaut. Aus dem anfänglich eingerichteten kleinen Oldtimer-Café ist sukzessive ein Restaurant mit besonderem Eisenbahn-Flair entstanden, wobei Mobiliar und Inneneinrichtungen aus ICE-Zügen geschickt verwendet wurden.

Die Gäste werden mit viel Liebe von der Chefin Susanne Theilemann und ihrer netten Crew betreut. So lässt sich das Eintreffen der ankommenden Traktorfreunde sehr gut ertragen. Die Vorfrau aus Berlin und der PDCE-Präsident, der mit seinem Master aus Bremen gekommen ist, scheinen sich wohl zu fühlen.

Uli Theilemann ist hauptberuflich Bauunternehmer in Jüterbog und will sich aus dem operativen Geschäft des Schlafwagenhotels eigentlich heraushalten. Aber das macht

er nicht, wenn Oldtimerfreunde kommen oder wenn Schlepper-Freunde ihn um Rat

und Unterstützung gebeten haben.

Die Teilnehmer, die eine längere Anreise gehabt haben, machen es sich in den ihnen zugelosten Zugabteilen der "Transsib" bequem. Die Traktoren stehen wohl verwahrt

auf dem abgeschlossenen Gelände. Die Nacht senkt sich nur ganz sachte über das

Alte Lager, denn an diesem Wochenende ist Mittsommer.

Pünktlich und gewohnt diszipliniert reihen sich die Schlepper nach einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück am Samstagmorgen zum Start ein. Die Kolonne wird von der

Vorfrau mit ihrem Junior angeführt, der nach mehrjähriger Restauration endlich fertig geworden ist.

Die Rolle des "Scouts" übernimmt Uli Theilemann mit seinem russischen Jeep. Er kennt nicht nur die Route genau, sondern sichert den Schlepper-Konvoi an den neuralgischen Punkten - besser als jeder Feldjäger. Mit ihm fährt auch die Fotografin Maja, die so auf abwechslungsreichere Perspektiven hofft.

Ebenso wichtig aber ist ein guter Schluss-Mann: Diese Aufgabe übernimmt für dieses Treffen Harald S. Stegen mit seinem Master, der für diese Aufgabe perfekt mit einem großen Hinweisschild "Kolonne" und einer gelben Rundum-Leuchte ausgestattet ist.

Zum Warmwerden geht es anfänglich über das verwilderte Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes der Roten Armee, wobei die harten Offroad-Varianten aus Sicherheits-

gründen ausgelassen werden, denn fast alle Hobby-Traktoristen fahren bekanntlich ohne Überrollbügel. 

Nach einer guten Stunde Fahrt biegt die Kolonne am Fugplatz Oehna für einen kurzen Zwischenaufenthalt ein, wo im Flugplatzrestaurant 'Stolpervogel' für die Traktorfahrer Kaffee und Kuchen vorbestellt worden sind, falls jemand beim Frühstücken nicht richtig

satt geworden sein sollte.

Es herrscht auffällig reger Landeverkehr, denn an diesem Wochenende wird hier ein Flugtag mit vielen interessanten Darbietungen durchgeführt. Doch leider lässt dieses Mal der stringente Zeitplan einen längeren Aufenthalt nicht zu, denn wir sind bereits

in Jüterbog verabredet.

Von Oehna geht es über Landstraßen nordwärts durch etwas verschlafen wirkende märkische Dörfer über die offene Hochfläche des Fläming, über die gebietstypisch ein böiger Wind pfeift. Früher war es das Land der Bockwindmühlen, heute prägen leider zunehmend Windgeneratoren die Landschaft.

Direkt an der Mauer der mittelalterlichen Stadt Jüterbog, deren Wehrtürme die vielen kriegerischen Jahrhunderte überstanden haben, finden alle Schlepper einen Platz für

die Mittagspause. An der Stadtmauer, in einem historischen Fachwerkbau, ist in den "Tetzelstuben" für die Porsche-Diesel-Fahrer alles vorbereitet.

Die hübsche Terrasse auf der Stadtmauer bietet zwar für alle ausreichend Platz, aber

da es leider etwas zu nieseln beginnt, verharren nur die abgehärteten Ostsee-Leute noch im Freien. Die anderen Traktorfahrer bevorzugen die urigen geschützten Räume.

Als die Schlepper anschließend auf den Marktplatz und vor das alte Rathaus rollen, ist eine Schützenkompanie in dunkelgrünen Festuniformen angetreten und Salutschüsse knallen. Doch nicht den Traktorfahrern gilt diese feierliche Ehrung, sondern dem neuen Schützenkönig.

Ein Spalier von dreizehn karminroten Porsche-Schleppern - vom fast zierlichen Junior

bis hin zum bulligen Master - ganz exklusiv auf dem mit einem rot-weißen Maibaum ge-

schmückten Marktplatz von Jüterbog. So etwas sieht man hier nicht alle Tage und das

ist für die Lokalpresse sogar einen Artikel wert.

Der Bürgermeister lässt es sich nicht nehmen, die Porsche-Diesel-Fahrer höchstper-

sönlich durch die historischen Räume des Rathauses zu führen, dessen Anfänge bis

mindestens auf das Jahr 1285 zurückgehen. Dabei erfahren sie Interessantes zur Geschichte der Stadt bis hin zu den Problemen der Gegenwart.

Der junge engagierte Bürgermeister Arne Raue erhält zur Erinnerung an diesen Besuch die Fläming-Plakette der PDCE-Region Berlin-Brandenburg. Der Alt-Bürgermeister Bernd Rüdiger, heute in der Schützen-Uniform, bekommt im Hinblick auf seine ehemalige See-

fahrerzeit zusätzlich ein karibisches Destillat.

Für die Rückfahrt von Jüterbog ins Alte Lager war ein romantisches Picknick mit Kaffee und Kuchen am einsamen Ziegeleiteich geplant. Weil sich die Sonne aber inzwischen

rar gemacht hat, sind alle mit der vorgeschlagenen Programmänderung einverstanden.

Die so gewonnene Zeit nutzt unser Scout Uli zu einem überraschenden Umweg über

die kilometerlange Start- und Lande-Piste des ehemaligen sowjetischen Flugplatzes. Damit hat er erkennbar den Geschmack der meisten Teilnehmer haargenau getroffen.

Nachdem dann alle Traktor-Fanatiker ihre Fahrzeuge auf dem Runway ausgiebig mit Slalomfahrten und Geschwindigkeitstests ausgetestet haben, kehren sie schließlich zufrieden zu den Schlafwagen der Transsib zurück, wo die verschobene Kaffee-Tafel

sie bereits erwartet. 

So läßt sich entspannt bei einem Drink und angeregten Gesprächen die Zeit bis zum Beginn des Grillabends verbringen. Bei solchen Gelegenheiten spürt man am besten,

wie gut sich die Porsche-Diesel-Clumitglieder der verschiedenen Regionen verstehen.

Ein VW-Spezial-Anhänger wird in Stellung gebracht: der automobile Volks-Wurst-Grill nach Entwürfen von Uli Theilemann. Eigentlich kann noch keiner wirklich hungrig sein, doch die herrlichen Grillaromen wecken den Appetit und die festlich gedeckte Tafel im Restaurant füllt sich schnell.

Der absolute Hingucker des schönen Salat-Buffets ist der liebevoll geformte Porsche-Trecker aus Butter, den anzuschneiden ein Sakrileg darstellt, so dass Elke und Frank dies nur symbolisch andeuten. Es gibt aber Mitmenschen, die vor solchem Frevel nicht zurückgeschreckt sind.

Am Buffet wird sehr beherzt zugelangt und bei angeregten Tischgesprächen vergeht

der Abend wie im Fluge. Und da heute "unsere" Löw-Elf gegen Ghana gewinnen soll, haben Theilemanns eine große Leinewand vorbereitet, damit wir Freud oder Leid mit

den DFB-Jungs gemeinsam erleben. Das Spiel endet mühsam 2:2.

Sonntag geht es anfänglich wieder durch die "Biotope", die sich auf dem Gelände der ehemaligen sowjetischen Garnison entwickeln. Ziel der Fahrt ist das Dorf Dennewitz, dessen Name mit der siegreichen Schlacht verbunden ist, die zur späteren Niederlage Napoleons in der Leipziger Völkerschlacht geführt hat

In Dennewitz angekommen, bleibt keine Zeit, dem siegreichen preußischen General Friedrich Wilhelm Graf Bülow von Dennewitz,  an seinem Denkmal für die Rettung der preußischen Residenz Berlin vor dem Angriff der napoleonischen Armee im Jahr 1813

zu danken. Die Treckerkolonne verschwindet sofort in der Einfahrt eines Vierseithofs.

Im Innenhof des Anwesens, seit Generationen im Familienbesitz, wird eine Halle ge-

öffnet und die Porsche-Diesel-Freunde dürfen die Lanz-Bulldogs bewundern, die sich

der "Junior" im Laufe der Jahre beschafft hat und die er hier liebevoll pflegt.

Angeblich soll Uli Theilemann von diversen Traktorfreunden gedrängt worden sein, die Vormittagsausfahrt zu Gunsten einer Wiederholung des gestrigen "Runway-Trips" zu straffen. Die Ablaufplanung enthält genug Zeitreserven, so dass dieser Wunsch gerne erfüllt werden kann und es scheint wieder allen viel Spaß gemacht zu haben.

Keine leeren Floskeln zum Abschied vom "Schlafwagen-Hotel" im Alten Lager: Nur mit der engagierten Unterstützung der Familie Theilemann und ihrer ganzen Crew ist es gelungen, diese Regional-Ausfahrt so gut zu planen und perfekt durchzuführen.

Die "große Regionsausfahrt" der Saison 2014 ist Geschichte. Die Gespanne sind bereits unterwegs zu ihren heimatlichen Garagen und die Berliner machen sich jetzt auch auf den Weg, um auf eigener Achse quer durch die idyllische Nuthe-Niederung in die Hauptstadt zurückzufahren.

Die Plakette mit dem roten Brandenburg-Adler, dessen Brust das Wappenschild Berlins trägt, soll alle Teilnehmer noch lange an diesen Besuch im märkischen Fläming erinnern.

... und was berichtet die Presse über unseren Besuch in Jüterbog?

 

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                                           Fotos: Nietruch (C) u. Hagedorn

                                                      Text: Nietruch

                                                       13. Juli 2014

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