Fehmarn/Ostsee 2011 (Bericht)

 

 

Leuchtender Raps und zartes Frühlingsgrün. Da fehlen nur noch rote Traktoren!

Ein Bericht von der Frühjahrsausfahrt 2011, organisiert vom Stammtisch Ostsee.

 

Die Landschaften an der Ostseeküste entfalten im Frühjahr ihren besonderen Reiz: Wenn sich das wintermüde Auge an jedem Grün des jungen Laubs erfreut, leuchten hier die Rapsfelder in unglaublich intensivem Gelb oft bis an den Horizont. Darüber wölbt sich ein hoher blauer Himmel oder graues Gewölk, das die Weite erst richtig zur Geltung bringt. Wenn dann noch die Ostsee in das Bild kommt, windgepeitscht oder sanft gekräuselt, ist die Szenerie perfekt.

 

In diese Landschaft hatten Hartmut Kohlscheen und seine Stammtisch-Kameraden die Porsche-Diesel-Freunde aller Regionen zur Frühjahrsausfahrt eingeladen.

 

Standquartier war das Hotel der Familie Kohlscheen in Gremersdorf an der Vogelfluglinie. Ab Donnerstagnachmittag rollten hier die roten Traktoren an und der Hotelparkplatz füllte sich peu-à-peu. Erstmals waren auch Clubmitglieder aus Berlin und Brandenburg bei einer überregionalen PDCE-Veranstaltung dabei, für die meisten war es die erste größere Ausfahrt mit frisch restaurierten Fahrzeugen.

 

Für den Abend des Anreisetages sah das Programm nichts vor. Da alle Berliner riesigen Appetit auf fangfrischen Fisch hatten, folgten sie einem Insider-Tipp und ließen es sich gut gehen.

 

Am Freitagmorgen wurden die Dieselmotoren angelassen und die Porsche-Schlepper setzten sich in genauer Reihenfolge der Startnummern in Bewegung. Über raffiniert ausgewählte Wege rollten sie durch die ostholsteinische Landschaft, eine schier endlose Kette roter Traktoren! Sogar die Tore des sonst unzugänglichen Militär-Sperrgebiets bei Putlos öffneten sich auf magische Weise. Hier ist die Natur trotz oder wegen der militärischen Nutzung besonders wild und ursprünglich geblieben. Am Weißenhäuser Strand erreichte der lange Konvoi wieder ziviles Gebiet. Die Führungsfahrzeuge leiteten die Kolonne nun in südliche Richtung, wo der Museumshof Lensahn die Porsche-Schlepperfahrer zu einem zünftigen Eintopfessen erwartete. Die große Wiese am Museumshof reichte nur knapp aus, um alle Porsche-Diesel und Allgaier ordentlich aufzustellen. Die Quellwolken, die sich schon seit einiger Zeit verdichtet und verdunkelt hatten, entluden sich gerade in dem Moment, als die heißen Suppenterrinen in der Museumsgastronomie aufgetragen wurden. Während sich drinnen Fahrer und Beifahrer leiblich stärkten, prasselte draußen der Regen auf die vereinsamten Fahrzeuge.

 

Aber so schnell der Regen kam, hörte er wieder auf. Und die Kolonne zog weiter: jetzt zur Kreisstadt Oldenburg in Holstein. An allen kritischen Stellen der Route sorgten Helfer und Polizei für eine perfekte Durchfahrt der Trecker. Der große Platz vor dem schönen Rathaus der Stadt konnte die roten und orangefarbenen Traktoren fast gar nicht fassen. Dann die offizielle Begrüßung durch den Bürgermeister und die Danksagung des Präsidenten – alles bei strahlender Sonne. Vorbereitete Tische im Straßencafé und Sahnetorte für Fahrer und Crews. Gute Laune rundum.

 

Von Oldenburg hatten die Organisatoren wieder eine Route mit romantischen Feldwegen ausgetüftelt und mancher war richtig traurig, daß die Ausfahrt in Gremersdorf schon wieder zu Ende sein sollte.

 

Bei den „Berlinern“ war das Bild zwiespältig: ein gerade restaurierter Traktor war auf seiner Jungfernfahrt mit defekter Bremse total ausgefallen, zwei andere „muckerten“, zwei waren noch gut „im Rennen“.

 

Die Abendveranstaltung im Hotel war insgesamt sehr gelungen und der Stammtisch Berlin-Brandenburg begann Identität zu entwickeln.

 

Am Sonnabend stand ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm: Die Fehmarn-Tour.

 

Der Himmel war an diesem Morgen grau, dies tat aber der guten Laune keinen Abbruch. Auf Nebenstraßen rollte der Konvoi parallel zur E 47, der Vogelfluglinie, in Richtung Fehmarnsund. Weil es dazu keine Alternative gibt, mußten die Traktoren dann über die imposante Fehmarnsund-Brücke fahren, über die der Reiseverkehr von und nach Skandinavien rollt .

 

Doch die Brücken-Passage verlief völlig problemlos: Auf dem breiten Seitenstreifen rollten die Traktoren ohne den restlichen Verkehr nachhaltig zu stören, wenn man von der einen oder anderen sichtbehindernden Rußfahne absieht.

 

Sobald dies möglich war, verließ die Kolonne die Schnellstraße und rollte auf verschlungenen Wegen zum Yacht- und Fischerhafen von Burgstaaken . Nach einer ausgiebigen Pause stand die nächste Etappe an, eine kurze Fahrt in das Zentrum von Burg, der „Inselhauptstadt“. Der alte Marktplatz, sonst generell autofrei, füllte sich mit Traktoren, die von den vielen Touristen intensiv bewundert wurden. Die Traktor-Gemeinde wechselte zum Mittagessen in ein nahes Restaurant.

 

Die Rückfahrt führte wieder über die Fehmarnsundbrücke und anschließend hinunter an den Fehmarnsund. Inzwischen hatte sich die Kolonne weit auseinander gezogen, so daß einige Trecker-Grüppchen Orientierungsprobleme bekamen. Am Ende saßen dann aber alle am Strand an der vorbereiteten Kaffeetafel, und es schmeckte schon wieder.

 

Nach diesem Intermezzo rollte der Konvoi weiter nach Heiligenhafen, dort am Binnensee vorbei bis an das Ende jeglicher Bebauung! Hier zwischen zwei Findlingen war Schluß für einen Berliner Porsche-Fan und sein „Junior-108-Ersatzfahrzeug“, ein karminroter 911er. Der hätte vielleicht noch den folgenden Feldweg, aber bestimmt nicht mehr die anschließende Off-road-Strecke gepackt.

 

Das war der wohlkalkulierte Hit der Organisatoren! Quer durch die blühenden Rapsfelder schlängelte sich auf schmalen Spuren ein langer roter Bandwurm, jeder Schlepper „bis zum Bauch“ im „Gemüse“.

 

Das alleine wäre es schon gewesen! Aber es kam noch besser: Auf einer einsamen, grasbewachsenen Kliffkante an der Ostsee gab es einen weiteren Zwischenstop. Die Sonne war hinter Stratuswolken kaum noch zu erahnen und ein zunehmender Wind trieb brandende Wellen an den Strand. Und am Uferstreifen kämpften Köche in einem windigen Pavillonzelt, um die Traktorfahrer mit frisch gebratenem Angeldorsch zu verwöhnen. Mit einem Bier in der Hand war dies eine köstliche Delikatesse.

 

Die Rückfahrt über schöne Feldwege bis zur Basis in Gremersdorf unterstrich die organisatorische Kompetenz der Veranstalter. Beim anschließenden Festabend war die Begeisterung aller Teilnehmer über die tolle Tagestour und die insgesamt gelungene Veranstaltung groß. So verlief der letzte Abend in allerbester Stimmung.

 

Am nächsten Morgen machten sich die Teilnehmer nach dem Brunch auf die Heimreise, die "Berliner" fest entschlossen, spätestens in Zell am See wieder zusammen zu kommen.

 

Bericht: Nietruch

 

  

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