Ostallgäu-Schlösser-Tour 2014

 

Ausgangsbasis unserer Ostallgäu-Tour ist die weitläufige Hotelanlage "Gockelwirt" im Dorf Eisenberg, das etwa 10 Kilometer von Füssen entfernt liegt. Die sanfte Voralpen-Hügellandschaft wird im Süden von den markanten Bergketten von Ammergebirge, Falkenstein und Tannheimer Bergen begrenzt. 

Allmählich füllen sich die Parkplätze und Abstellflächen mit roten Schleppern und Zug-gespannen, die aus allen Gegenden Deutschlands ankommen. Die Südtiroler Porsche-

Freunde allerdings sind wieder auf eigener Achse angereist und werden vom PDCE-Vorsitzenden besonders herzlich vor dem Hoteleingang begrüßt.

Gleich nach der Anmeldung beim Meldekopf wird die neue Erinnerungsplakette an die Ostallgäu-Schlösser-Tour in technischer Perfektion an dem frisch restaurierten Junior eines Schlepperfreundes aus Nordrhein-Westfalen angebracht. 

Nach dem pünktlichen Start geht es unter Polizei-Eskortierung in zwei - streng nach Zylinderzahl getrennten - Kolonnen diszipliniert über die weiten Hügel der Voralpen-

landschaft. Immer wieder bieten sich imposante Ausblicke auf die teilweise noch mit

Firn bedeckten Gipfel der Allgäuer Alpen. 

Die Eiszeit hat in dieser Region viele Seen und Weiher zurückgelassen. Die Route führt entlang des Nordufers des malerisch gelegenen Hopfensees und dann weiter in nord-

östlicher Richtung über Rieden und Roßhaupten an das Nordende des Forggensees,

um sich dann an dessen Ostufer endlich wieder nach Süden zu wenden.

Die Bedingungen könnten kaum besser sein. Auch wenn die Wolken im Süden etwas dichter werden, herrscht Zuversicht, dass das Wetter halten wird. Auch die Freunde

aus Österreich mit dem in Deutschland eher seltenen Wiener Lizenzbau von Hofherr

und Schrantz strahlen Optimismus aus.

Auf einem Parkplatz am Nordost-Ufer des Forggensees gibt es für die Ein- und Zwei-Zylinder-Kolonne plötzlich ein unerwartetes Stoppzeichen. Das Gros der Fahrer rätselt längere Zeit über den Grund, bis sich zufällig herumspricht, dass es am Halteplatz der Drei- und Vierzylinder eine Jause gibt. 

Tatsächlich: Auf dem Parkplatz am "Panorama-Stadl Forggensee" werden Kaffee oder Erfrischungsgetränke sowie Butterbrezeln oder Käse-Semmeln ausgegeben. Am weit entfernten südlichen Ufer kann man in den Berghängen das Schloß Neuschwanstein erkennen.

Nach dieser unangekündigten Erholungspause wird die Fahrt fortgesetzt: Es geht in einem weiten Bogen am östlichen Ufer des Forggensees in Richtung Halblech und von dort bis zum Bannwaldsee am Fuße des Ammergebirges, dessen Gipfel sich leider inzwischen in den Wolken verborgen haben. 

Der Gipfel des Tegelbergs ist ein beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger, die hier vor der Kulisse des Märchenschlosses des letzten Bayernkönigs ihre Kreise ziehen. Direkt

in der Nähe ihres Landeplatzes haben die beiden roten Schlepperkolonnen für einen kurzen Fototermin Aufstellung genommen.

Das Märchen-Schloss bleibt für diesen Tag aber erst einmal links liegen, denn eine Besichtung dieses Touristenmagnets ist für einen anderen Tag geplant. Heute geht

es ohne Zwischenaufenthalt vorbei am malerischen Städtchen Füssen nach Pinswang

in Tirol!

Am rechten Ufer des Lechs, der die milchig-weißen Schmelzwässer aus Tirol in das Bayerische Vorland spült, fahren wir über die grüne Grenze zur Alpenrepublik. Als Traktorfahrer werden wir wohl weder in Österreich noch in Deutschland eine Maut bezahlen müssen.

Am "Gutshof zum Schluxen" im Tiroler Dorf Pinswang ist der kleine Parkplatz vorsorg-

lich für unsere Porsche-Schlepper reserviert. Die Traktorfreunde finden entweder im kühlen Gastgarten oder in der warmen Gaststube einen passenden Platz, um sich die Kasspatzen oder das Schnitzel schmecken zu lassen.

Bei der Rückfahrt in Richtung Vils und Pfronten passieren wir die neue Lech-Brücke,

die oberhalb von Füssen den Donauzufluss überspannt, der im Freistaat Bayern die Stämme der Schwaben geografisch von den Bajuwaren trennt.

Entlang des Tiroler Flüsschens Vils haben wir bei Pfronten wieder das Grenzgebirge verlassen und das Hügelland des Ostallgäus erreicht. Von hier rollen wir über kleine Nebenstraßen hinüber in das nahe gelegene Dorf Zell.

Im Hintergrund grüßen die blauen Gipfel der Allgäuer Hochalpen die Kolonne der glück-

lichen Traktorfahrer auf den letzten Kilometern vor Eisenberg: "Hurra, gleich haben wir es geschafft! Keinerlei technische Ausfälle! Und es hat auch nicht geregnet!"

Von den Traktorsitzen geht es nahtlos auf die raren Gartenstühle auf der Terrasse des Gockelwirts. Es besteht großer Kaffeedurst und mit dem Kuchenbedarf hat der Gockel-

wirt gar nicht gerechnet. Viele rätseln, warum es während der Ausfahrt die offiziell angekündigte Kaffeepause nicht gegeben hat. 

Nach der Ausfahrt eine tolle Überraschung seitens der regionalen Gastgeber - und dies mit einer deutlichen Steigerung: Bei der Berner-Oberland-Ausfahrt waren es noch zwei, bei der Ostallgäu-Tour sind es sogar sieben Alphörner, die den begeisterten Zuhörern alpenländisches Kulturgut präsentieren.

Am Abend erwartete die Teilnehmer in den gemütlichen Gasträumen des Gockelwirts

ein perfektes mehrgängiges Essen, das keinerlei Wünsche offen ließ. Viele Schlepper-

freunde saßen anschließend noch sehr lange bei angeregten Gesprächen in größerer oder kleinerer Runde zusammen.

Der Präsident vernimmt es mit Verärgerung: Noch vor dem morgendlichen Start des zweiten Ausfahrttages gab es für einige Schlepperfreunde eine sehr unangenehme Überraschung, denn in der Nacht wurden Transportkisten der Traktoren beschädigt

und Ausrüstungsgegenstände entwendet.

Beim morgendlichen Kaltstart sind auch bei gut restaurierten Traktoren anfängliche Qualmwolken kaum vermeidbar. Bei der Rundtour des zweiten Tages werden wir auf kaum befahrenen Nebenstrecken bleiben und kommen daher ohne die Absicherung

durch Polizei und Technisches Hilfswerk aus.

Der Wettergott meint es heute sehr gut mit den Porsche-Diesel-Fahrern. Es verspricht,

ein wunderschöner Tag zu werden: Der Himmel zeigt sich in den bayerischen Landes-

farben weiß und blau!

Zunächst rollt die Kolonne kurz nach Westen in Richtung Zell, um sich dann in nord-

westlicher Richtung durch die sehr abwechslungsreiche Landschaft bei Rückholz zu wenden. Ein ideales Gebiet für eine Traktorausfahrt: Wälder und Wiesen in stetigem

Auf und Ab, auch Einzylinder können da sehr gut mithalten. 

Selbst der Dieselqualm kann den würzigen Geruch nicht überdecken, der das ganze Land dominiert: In den letzten zwei Tagen haben die Bauern zig Millionen Liter von

Gülle auf die abgemähten Wiesen ausgebracht.

In einer weiten östlichen Schleife über Albatsried und Seeleuten erreichen wir um die Mittagszeit dann die Gegend von Schwalten, wo von den Organisatoren für die Rast alles auf das Beste arrangiert worden ist. 

Am idyllischen Schwaltenweiher liegt eine urige Gartenwirtschaft mit vielen schattigen Sitzplätzen. Hier gibt es eine verdiente Mittagspause mit einem zünftigen schwäbisch-

bayerischen Brunchbuffet, das wirklich für jeden Geschmack etwas Passendes bietet. 

Unsere Burggräfler Schlepperfreunde zeigen sich mit ihren tourenerprobten Schleppern immer standesgemäß in vollem Südtiroler Flaggenschmuck inklusive der jeweils aktuellen Gastlandflagge. Ein durchaus nachahmenswertes Beispiel.

Das bayerische Grundnahrungsmittel Bier läuft mit eigenem Druck aus dem gekühlten Fassl ins Glas einer offenbar recht durstigen Beifahrerin. Die Traktorfahrer halten sich aber wohl eher an völlig äthanolfreie Getränke.

Die letzten Traktor-Kilometer der Ostallgäu-Fahrt liegen vor uns: Zeit, um noch einmal das schöne Panorama der Alpenkette auf sich wirken zu lassen und um sich bei Petrus

dafür zu bedanken, dass er es wieder mal sehr gut mit den Porsche-Diesel-Freunden gemeint hat.

Wie immer dauert es nach einem erfolgreich absolvierten Traktortreffen in unglaublicher Geschwindigkeit und Präzision zum Aufladen der Traktoren und Fertigmachen zur Heim-

fahrt. Aber die Genießer beobachten das Geschehen und bleiben noch ein wenig länger!

                                        Text und Fotos: Nietruch (C) - 13. Juni 2014

Info
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