Ostsee-Schleswig-Holstein 2014

Die Betonfassaden der Reißbrett-Ferienanlage von "Damp 2000" sind vielleicht nicht Jedermanns Geschmack, aber die riesige Hotel-, Tagungs- und Freizeitanlage bietet

 alle Einrichtungen, die man für ein sehr großes Schleppertreffen halt braucht.

Die fünfzig Schlepper waren in der Nacht auf dem Hotelgelände gut untergebracht. Von dort starten sie am Freitagmorgen pünktlich, angeführt von Klaus Ströh, der zusammen mit seiner Familie in akribischer Vorarbeit zwei schöne Tagestouren ausgetüftelt hat.

Ganz besonderen Wert haben die Planer darauf gerichtet, die Landstraßen so oft wie möglich zu verlassen und einsame Feld- und Wirtschaftswege zu benutzen. Und viele der Grundbesitzer waren bereit, dafür ihre üblicherweise gesperrten Wege zu öffnen.

Wann immer die lange Schlepperkolonne von den Abstechern über die weiten Felder wieder auf die öffentlichen Straßen zurückkehrte, wurde an kritischen Stellen für eine sichere und ungestörte Vorfahrt des Traktorkonvois gesorgt.

Das Wetter war - so wie bei PDCE-Ausfahrten eigentlich immer gewohnt - traumhaft

und viel schöner konnte sich die herbstliche Landschaft Schleswig-Holsteins den aus ganz Deutschland angereisten Porsche-Diesel-Freunden kaum präsentieren.

Die Schlei, eine 42 Kilometer in das Hinterland eingechnittene Förde, hat in Missunde eine Engstelle, an der seit Jahrhunderten Fähren den Verkehr zwischen Angeln und Schwansen ermöglichten. Die Fähre ist emissionsfrei, dieser Porsche-Master nicht!

Die Seilfähre muss oft fahren, bis alle Schlepper auf dem Nordufer angekommen sind. Das Restaurant im Fährhaus Missunde ist nach seiner grundlegenden Restaurierung zwar noch nicht eröffnet, aber die Traktorfahrer werden trotzdem bestens bewirtet.

Auf der teakgedeckten Restaurant-Terrasse am Ufer der Schlei lässt sich unter den Sonnensegeln die Mittagspause auf angenehme Weise verbringen. Es trifft sich gut, dass von den Organisatoren dafür auch ausreichend Zeit eingeplant worden ist.

Nach der ausgiebigen Pause gut gestärkt und ausgeruht machen sich die Schlepper-

freunde mit bester Laune auf die nächste Etappe, die am nördlichen Ufer der Schlei durch den landschaftlich reizvollen Landesteil Angeln führt. 

Bei Lindau wird selbstverständlich der obligatorische Abstecher zum Haus der Landärzte

von "Dekelsen" gemacht. Durch diese populäre Vorabend-Fernsehserie ist die Schlei mit ihrer schönen Umgebung erst allgemein in den deutschen Landen bekannt geworden. 

Kurz vor "Dekelsen", offiziell Kappeln genannt, muss die Kolonne auf die Fernstraße einbiegen, die über die neue Schlei-Klappbrücke nach Eckernförde und Kiel führt. Mit

den selber mitgebrachten "Hilfspolizisten" ist das kein Problem!

In Kappeln, dem größten Ort an der äußeren Schlei, wimmelt es an diesem schönen Freitagnachmittag von Touristen. Die fünfzig karminroten Schlepper, die auf der Pier einparken, sind die größte Sensation des Tages. Hier gibt es "Kuchen satt".

Den schönen Abend verbringen die Schlepperfreunde zunächst in diversen kleinen Grüppchen plaudernd und scherzend im Hafenrestaurant bis es zum gemeinsamen

offiziellen "Schleswig-Holstein-Buffet" in das benachbarte Kongresszentrum geht.

Am frühen Morgen des zweiten Tages der Ausfahrt liegt frühherbstlicher Nebel über Meer und Land. Doch es bleibt die Hoffnung, dass sich die Sonne später doch noch durchsetzen kann. Ziel des Tages ist die Hafenstadt Eckernförde.

Doch die Sonne schafft es anfangs nicht, das morgendliche Nebelgewölk aufzulösen.

Die Traktorkolonne verlässt so bald wie möglich die Landstraße und rollt in südwest-

licher Richtung über die einsamen Alleen und Feldwege von Schwansen. 

Der starke Wochenendverkehr bei Eckernförde reißt den langgezogenen Treckerkonvoi auseinander. Aber gut durch die enge Innenstadt gelotst, erreichen alle Traktoren das Etappenziel am kleinen Fischerei- und Freizeithafen ohne Probleme.

Die Stadt ist voller Touristen und alle Parkplätze der Innenstadt sind besetzt. Für die

Porsche-Diesel-Traktoren ist aber vor dem ehemaligen Silo natürlich ein privilegierter Abstellplatz reserviert worden. Das Restaurant im Silo-Gebäude sorgt dafür, dass die Traktorfahrermeute gesättigt wird.

Auf dem Gut Hohenstein, dessen Besitzer eine Fahrt auf seinen Privatwegen am Ufer der Eckernförder Bucht ermöglicht hat, werden die roten Traktoren dekorativ vor der weißen Fassade des Herrenhauses für ein paar Fotos in Position gebracht.

Nach wenigen Kilometern hinter dem Gut Hohenstein wird dann das Gut Ludwigsburg angefahren. Inmitten des weiträumigen Gebäudekomplexes der Anlage befindet sich eine kleine Pferdekoppel, an der die Trecker malerisch im Kreis aufgestellt werden.

Erstaunlich, so als ob das Mittagessen nicht ausreichend gewesen wäre, drängen sich die Porsche-Dieselfreunde dicht bei dicht am Kuchenbuffet, das im Untergeschoss des Jahrhunderte alten Herrenhauses exklusiv aufgebaut worden ist.

Nach der körperlichen Stärkung folgt nun etwas Kultur: Dem sympatischen Gutsherrn

zu Ludwigsburg gelingt es sofort, die Traktorfahrer mit der Historie des Gutes in den Bann zu ziehen. Höhepunkt ist die Besichtigung der "Bunten Kammer" im Herrenhaus.

Kurz vor Damp hat sich Klaus Ströh zum Abschluss noch ein weiteres Highlight ausge-

dacht: Das malerische Gut Grünholz-Vogelsang mit seinen Fachwerkhäuschen mitten

in einem alten Baumbestand, durch das der Konvoi im fahlen Nachmittagslicht rollt.

Ankunft auf dem "Traktor-Parkplatz" von Damp 2000. Alle sind glücklich und zufrieden über die von Klaus und den Helfern aus seiner Familie perfekt vorbereitete und durch-

geführte PDCE-Ausfahrt, ohne technische Probleme und bei optimalem Wetter.

Nach solchen Tagen sollte man es langsam ausklingen lassen: Entspannte kamerad-

schaftliche Gespräche bei einem kleinen Gläschen Riesling machen Lust auf weitere gemeinsame Unternehmungen. Wir sehen uns bald wieder! So soll es sein!

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Text und Bilder: Nietruch (C)

08.10.2014

Info
PORSCHE-DIESEL Club Europa e.V.

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