St. Peter-Ording/Nordsee 2016

Der PORSCHE-DIESEL Club Europa begeht dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen.

Die Ausfahrt nach St. Peter-Ording  war die erste der Jubiläumsveranstaltungen.

Sechzig Porsche-Schlepper wollten hier vom 28. April bis 1. Mai ihre Reifenspuren in den berühmten weißen Nordseesand vor Eiderstedt zeichnen.

 

Hier eine Bildreportage:

Der "Stützpunkt" des Porsche-Diesel-Treffens, das moderne Beach-Motel, liegt direkt hinter dem Seedeich am nördlichen Ende von St. Peter-Ording. Hier nimmt vor allem die internationale Surf-Elite Quartier. Auch andere "Outdoor-Freaks" finden hier ein perfektes Domizil. Daher wundert es nicht, dass sich hier auch die Porsche-Diesel-Freunde beim "sun downer" auf Anhieb wohlfühlten, sobald ihre Schlepper auf dem Parkplatz untergebracht waren.

Der Abend des Ankunftstages konnte - wie meist üblich - nach eigenen Wünschen gestaltet werden. Die Schlepperfreunde von Nord- und Ostsee fanden ein gutes Plätzchen in der Abendsonne auf der glasgeschützten Restaurant-Terrasse und haben diese Entscheidung nicht bereut. Essen und Trinken waren ausgezeichnet, der Service sehr gut. Später trafen sich fast alle Schlepperfreunde in der Hotelbar wieder.

Früh am Morgen der ersten Tour ließen die Schlepperfreunde ihre Traktoren lange warmlaufen. Die von den Meteorologen prophezeite Kalt-Front war eingetroffen. Es wehte ein frischer Wind, die Sonne hatte sich versteckt. Tagesziel war Husum, eine Strecke von etwa hundertzehn Kilometern für die Hin- und Rückfahrt. Die erste Treckerkolonne wurde von Harald S. Stegen darum pünktlich auf den Weg geschickt.

Das Nordseeheil- und Schwefelbad St. Peter-Ording ist Übernachtungs-Rekordhalter in Schleswig-Holstein. Doch zu dieser Jahreszeit und zu dieser frühen Stunde sind die gepflegten Straßen fast menschenleer, als die lange Schlange der Porsche-Schlepper geräuschvoll durch den weitläufigen Ort rollt.

 

Gleich hinter St. Peter-Ording beginnt das weite und flache Marschland der Halbinsel Eiderstedt, die nur dank ihrer starken Seedeiche den Angriffen der Nordsee widersteht. Ein Netz von Entwässerungsgräben sorgt dafür, dass der Wasserspiegel so niedrig gehalten werden kann, dass hier Landwirtschaft überhaupt möglich ist.

Weil es in der Marsch keine natürlichen Bodenerhebungen gibt, kommen die Schlepper fast immer recht zügig voran,  ohne viel schalten zu müssen. Doch gelegentlich kann es einen kleinen Zwischenaufenthalt geben, beispielsweise wenn ein roter Triebwagenzug der Regionallinie Husum - St. Peter-Ording die Schlepper für kurze Zeit stoppt. 

Den ersten geplanten Zwischenstop gab es in Oldenswort, dem größten Dorf auf Eiderstedt. Besonders imposant: die aus Backstein errichtete massive Kirche St. Pankratius. Hier konnten sich Lenker und Beifahrer etwas die steifen Beine vertreten oder in Einzelfällen endlich auch eine Zigarette rauchen. 

Wahrscheinlich waren alle heilfroh, als nach einer Fahrtstrecke von gut 50 Kilometern die Häuser der Kreisstadt Husum erreicht waren. Warum der Schriftsteller Theodor Storm ihr den Beinamen "die graue Stadt am Meer" gab, bleibt im Hinblick auf ihre hübschen rot-weißen Klinkerfassaden etwas unklar. 

 

Bei der großen Sturmflut von 1362 hat die Nordsee das Land bis Husum verschlungen.  Dadurch wurde Husum Hafenstadt. Der tideabhängige "Schlickhafen" fällt bei Niedrig-

wasser teilweise trocken. Die Zufahrt von See verläuft durch das Wattenmeer. Damit Schiffe den Hafen anlaufen können, müssen alle Brücken mittels aufwendiger Konstruktionen geöffnet werden können. 

Auf dem reservierten Parkplatz des Brauhauses werden die Traktoren schon erwartet. Zügig sind sie eingeparkt.  Alle sind etwas klamm, aber trocken in Husum angekommen. Die Bewölkung ist  in der letzten Stunde dichter und dunkler geworden, wird das Wetter bei der Rückfahrt halten? 

Schnell finden alle in den gemütlichen Räumen des Brauhauses einen passenden Platz. Die Getränkewünsche werden umgehend erfüllt und das vorab gebuchte Essen kommt zügig. Durch eine Glasscheibe kann man die gerade gärende Maische betrachten. Doch vor dem ausgiebigen Biertrinken heißt es: "Rückmarsch".   

Meteorologen und Schwarzseher behalten Recht: Die "graue Stadt am Meer" verabschiedet  ihre schlepperfahrenden Gäste mit unfreundlichem kalten Regen. Dagegen werden die unterschiedlichsten Abwehrstrategien angewendet, deren Wirkung sich erst später zeigen wird. Auch der Weg aus der Stadt wird sich schwierig gestalten.

Bei Regen wurde in Husum gestartet und es regnete während der gut vierstündigen Rückfahrt. Die gemütliche Kaffee+Kuchen-Pause war in einer "Giftbude", einem Pfahlbau auf dem Strand von St. Peter-Ording, vorgesehen. Doch  die Zeit reichte dort nur noch für einen "Coffee to go". Das trockene und warme Hotel war jetzt das schönste Ziel.

Als die Schlepperfahrer nach der verregneten Rückfahrt das Hotel mehr oder weniger nass erreicht hatten, waren zunächst eine heiße Dusche und ein Kleiderwechsel angesagt. Doch als man sich wenig später zum Buffet versammelte, waren die Strapazen schon wieder vergessen und es wurde ein langer fröhlicher Abend.

Zu Beginn des zweiten Tages ging es nach dem Start nicht gleich auf die Piste, sondern erst einmal hinunter auf den trocken gefallenen Strand vor dem Hotel. Damit erfüllte sich für viele ein großer Traum.

Ein schönes Bild: Sonne, blauer Himmel, weißer Sand und ein Spalier roter Schlepper.

Nach der spektakulären Schlepperparade aller Teilnehmer auf dem Strand rollen die Schlepper zurück an das Festland, um sich auf die Tagestour nach Tönning und zum Eider-Sperrwerk zu machen. Die morgentlichen Nebelschwaden lösen sich auf, der Tag wird voraussichtlich sehr schön.

"Marschfahrt": Von Poeten werden die Eidertedter Marschlandschaften für die Weite der Landschaft und die Größe des Himmelsgewölbes gerühmt. "Man sieht schon einen Tag vorher, wer nachmittags zum Kaffee kommt", spötteln dagegen profanere Charaktere.

Die schöne Kleinstadt Tönning liegt am Südrand Eiderstedts, am Übergang der Unter-Eider in das tidenbeeinflusste Eider-Mündungsdelta. Der seit 1613 fast unveränderte Hafen hat für den Wirtschaftsverkehr eher geringe Bedeutung, die Fischkutter liegen jetzt lieber im Hafen am Eider-Sperrwerk.

Das Restaurant "Zum goldenen Anker" am Hafen war für die Mittagsrast ausgewählt worden. Der Hafen-Speicher stammt  aus der "großen Zeit" vor 1895: Tönning war bis zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals wichtiger Nordseehafen am Eider-Kanal, der bis Kiel zur Ostsee führte. 

Von Tönning ging es in relativ kurzer Fahrt vorbei an Salzwiesen am Südufer der Eider bis zum Beginn des Eider-Sperrdamms, auf dem eine Straße direkt zum Sperrwerk führt. Auf dessen Südseite liegt der Parkplatz, auf dem die Schlepper für eine kurze Besichtigungspause Platz fanden. 

Das Sperrwerk an der Außen-Eider wurde errichtet, um das tiefliegende Marschland vor Nordsee-Sturmfluten zu schützen sowie den Abfluss der Eider und die Entwässerung des Hinterlands zu regulieren. Die Stahlschilde der Sperrsegmente lassen etwas von den Naturkräften erahnen, die hier auftreten. 

Vom Sperrwerk rollt die Kolonne zurück auf die Halbinsel Eiderstedt. Das nahe gelegene St. Peter-Ording bleibt jedoch an Backbord liegen und es geht wieder weit nach Norden hinauf. Denn im Ablauf der Veranstaltung fehlt noch ein ganz essentieller Programmpunkt: die üppige Nachmittags-Kaffeepause.

Für die Kaffee+Kuchen-Pause war das einsam bei Poppenbüll gelegene Gehöft mit dem Café-Restaurant "De Kohstall" gewählt worden. Unser Besuch hatte sich auf dem weiten Land schnell herumgesprochen, denn die Porsche-Diesel-Fahrer wurden bereits von örtlichen Schlepper-Fans erwartet, die dort stolz ihre Traktoren aufgestellt hatten.

Mit leckerem Bauernblechkuchen gesättigt und mit einer guten Mug Kaffee gestärkt, geht es schließlich im Licht der Nachmittagssonne auf die kurze Rückfahrt nach St. Peter-Ording. Solcherart wird sich die Wartezeit bis zum abendlichen Festbuffet bestimmt gut aushalten lassen.  

Kurz vor Erreichen des Beach-Motels gibt es plötzlich einen nicht vorhergesehenen Stopp. Die Erklärung: Junge "Marketenderinnen" bieten - zumindestens den Beifahrern - einen ganz "lütten Schluck" auf die glückliche Rückkehr aller Schlepper an. 

Glückliche Rückkehr am Beach-Motel! Kaum Ausfälle, wenig Probleme. Die Eiligen beginnen gleich mit der Verladung der Schlepper, die Entspannteren setzen sich erst einmal in der Abendsonne zusammen und lassen den schönen Tag ganz langsam ausklingen.

Die letzten Strahlen der hinter dem Seedeich versinkenden Sonne leuchten noch durch die Fenster des Saals, als der 1. Vorsitzende den Festabend der Frühjahrsausfahrt 2016 mit einem feierlichen Toast eröffnet und das Buffet freigibt. Wie immer wird es ein fröhlicher und langer Abend.

Am Morgen des 1. Mai herrscht an der Nordsee Kaiserwetter. Für alle, die noch nicht schnell nach Hause fahren müssen, eine tolle Gelegenheit zum "Fototermin" auf den fast menschenleeren Ordinger Strand mit den typischen Pfahlbauten hinaus zu fahren und frische Reifenspuren in den feuchten Untergrund zu ziehen. 

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Auch die Lokalpresse war in Husum dabei:

Info
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