Kultour Mittelrheintal Juli 2015

Technisches Erbe trifft Weltkulturerbe

 

Eine Kultour mit dem Porsche Diesel durchs Mittelrheintal

 

Am Freitag, den 17.07.2015, war es wieder einmal so weit. Die Region Frankfurt-Spessart traf sich zur jährlichen Regionsausfahrt im malerischen Dorf Dörscheid, hoch über dem Rhein nicht weit vom Loreleyfelsen entfernt. Diesmal hatten einige Traktoristen die Anreise auf eigener Achse unternommen und die Trailer zu Hause gelassen. Es war förmlich eine Sternfahrt; insgesamt 8 der gemeldeten 20 Porsche-Diesel Traktoren aus Taunusstein (45 km), Hohenstein (47 km), Winningen an der Mosel (50km) und Rüsselsheim (80 km) ratterten gen Dörscheid. Raimund und Matthias‘ frisch restauriertem AP 17, den sie zuvor aus dem Frankenland nach Rüsselsheim gebracht hatten, um von dort auch auf eigener Achse anzureisen, ging leider bei seiner Jungfernfahrt die Puste aus, sodass er die letzten Kilometer an der Schleppstange rollen musste.

Gegen 16:00 Uhr war dann die eigens frisch gemähte Wiese hinter dem Landgasthaus Blücher auch gut belagert, neben der Sonnenterasse waren 20 Allgaier und Porsche aufgereiht.

Das nette und eingespielte Damenteam Sylvia, Jutta und Sabine erwartete die Ankömmlinge bereits. Die Anmeldung erfolgte, die Administration wurde vervollständigt, und jeder Teilnehmer erhielt eine reichlich ausgestattete „sagenhaft“ Papiertüte mit viel Informationsmaterial zum Weltkulturerbe Rheintal sowie je eine Flasche Wein und Tresterbrand. Besonders interessant auch der Welterbe-Atlas (526 > 593: 67 Kilometer Welterbe in Rheinkultur).

Ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall, weshalb im nachfolgenden Bericht nicht auf alle Details der erlebten Kult(o)ur eingegangen wird (siehe auch www.welterbe-mittelrhein.de).

 

Fröhliche Begrüßungen und Umarmungen der Eintreffenden zeugten von guter Stimmung und Vorfreude auf das bevorstehende Wochenende. Mit dabei erstmals auch Volker und Waltraud, die ihren frisch restaurierten, wunderschönen 339 in die Aufstellung der Traktoren einreihten.

Auch ein Gast und lieber Freund vom Bodensee, Bernhard Köser, war mit von der Partie. Einer Einladung ins hessische Rüsselsheim gefolgt, kam auch er mit einem Standard 218 auf Achse von Rüsselsheim nach Dörscheid. Selbst unsere französischen Freunde Daniel und Marie-Jeanne scheuten nicht die 550 km weite Anreise aus Beaune in der französischen Weinbauregion Côte d’Or und waren auf besondere Einladung des Organisators Klaus mit ihrem Porsche Junior auf dem Trailer gekommen. Unser Winfried mit seinem Allrad- Porsche Junior sorgte ebenfalls für eine Überraschung. Erstmals kam er bei einer Ausfahrt nicht alleine, sondern in Begleitung seiner Frau Gabriele, die von allen ebenso herzlich begrüßt und sofort in die bunte Gemeinschaft aufgenommen wurde. Bemerkenswert an dieser Stelle ist auch die Feststellung, dass inzwischen der Anteil der weiblichen Teilnehmer bei unseren Regionsausfahrten auf ein Drittel angestiegen ist, 12 Damen nahmen diesmal auf den Traktorkissen platz!

Um 17:00 Uhr waren fast alle 37 gemeldeten Teilnehmer angekommen, und es startete dann sogleich das kulturelle Programm:

Einer Begrüßung mit einem Glas Prosecco folgte eine Führung durch das Weingut Fetz mit Besichtigung des Weinkellers und insbesondere der Destillerie. Herr Fetz erklärte sehr umfänglich die Funktionsweise der Brennanlage, die aktuell leider nicht in Betrieb war, sodass eine Verkostung der Brände ausbleiben musste.

Dafür folgte ab 19:00 Uhr eine leckere Winzerbrotzeit im Landgasthaus Blücher, begleitet von einer Weinprobe des Weinguts Fetz, bei der in erster Linie Riesling und Burgunder-Weine verkostet wurden - typisch für die Region des Mittelrheintals mit seinen schiefernen Steillagen.

Der laue Sommerabend zog die Gesellschaft anschließend ins Freie auf die Terrasse oder eine Bank mit Blick in die Rheinebene und die linksrheinischen Gebirge. Es wurde noch manche Flasche Rebensaft genossen, und der ein oder andere Blick ins Glas geriet ganz schön tief…

 

Der Samstag morgen präsentierte sich zunächst etwas bewölkt, doch alle Befürchtungen, es könnte regnen, wurden glücklicherweise nicht bestätigt. Nach einer kurzen Fahrereinweisung durch die Organisatoren und Scouts Klaus Borsch und Harald Röttgerding wurde aufgesessen und die Dieselmotoren vorgeglüht. Die beiden Havaristen vom Vortag nahmen Mitfahrgelegenheiten auf anderen Traktoren wahr, und so blieb- nachdem der Tross pünktlich um 09:00 Uhr Dörscheid verlassen hatte - ein einsamer oranger AP 17 ganz alleine auf der Wiese in der Sonne stehen…

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Aufstellung und Fahrtreihenfolge (die Langsamsten nach vorne) – das eben Gesagte vom Fahrtleiter Klaus schien schon wieder völlig vergessen zu sein- wurde die Spitze des Zuges neu sortiert und dann ging es los.

 

Über Wirtschaftswege und kleine Kreisstraßen führte die Route von Dörscheid über Bornich nach

St. Goarshausen. Hier sollte mit der Fähre übergesetzt werden, und diese schien am Anleger nur auf uns zu warten, denn ohne anzuhalten konnten wir direkt auffahren. Dabei stellte sich heraus, dass plötzlich drei Traktoren fehlten. Nach einigen Telefonaten zwischen Führungsfahrzeug und Nachhut war klar: Es hat einen weiteren Havaristen gegeben.

Robert war mit seinem Junior ausgefallen; ein Leck im Dieseltank hatte seine Fahrt jäh beendet.

Zwei Kollegen blieben mit ihren Fahrzeugen bei ihm, bis Abschleppen und Straße abstreuen (um den ausgelaufenen Dieselkraftstoff aufzunehmen) organisiert waren und kamen dann recht zügig nach. Schade für Robert und seine Pauline, aber alles nochmal gut gegangen.

Nachdem wir mit der Fähre nach St. Goar auf die linke Rheinseite übergesetzt hatten, ging es steil bergan in Richtung Biebernheim; vorbei an der Burg Rheinfels über die Biebernheimer Höhe nach Urbar zum Loreleyblick Maria Ruh.

Hier wurden die Traktoren in Reihe aufgestellt, und zu Fuß ging es ein paar Meter bergab zum Loreleyblick. Ein unglaubliches Panorama bot sich uns dort, ein weiter Blick auf den sagenumwobenen Felsen auf der gegenüberliegenden Rheinseite. So sehr wir uns auch mühten, die Jungfrau mit ihrem blonden Haar auf dem knapp 200 Meter hohen Felsen zu erspähen, wir konnten sie nicht entdecken. Dafür aber umso leichter eine andere Überraschung: Die Familie von Klaus Borsch hatte einen Umtrunk und aufwändig garnierte, leckere Kanapees mit Lachs, Käse und Schinken an eigens dafür herbeigeschafften Stehtischen aufgetischt und verköstigte uns alle vom Feinsten! Auch wenn das üppige Frühstück vom Morgen noch nicht richtig verdaut war, solch leckere Sachen konnten wir doch nicht stehen lassen und langten alle kräftig zu.

Unseren ganz herzlichen Dank an Familie Borsch für dieses Engagement, es hat uns sehr gut getan!

 

Zum Mythos Loreley folgende Anmerkungen:

Am Loreleyfelsen bei Rheinkilometer 555 hat der Rhein seine engste Stelle und seine größte Tiefe. Diese Stelle war bei den Schiffern wegen ihrer gefährlichen Stromschnellen gefürchtet. Die Sage geht zurück auf ein Gedicht von Clemens Brentano vor über 200 Jahren, nachdem eine schöne Zauberin oben auf dem Rheinfelsen sitzt und ihr Haar mit einem goldenen Kamm kämmt. Jeder Schiffer, der zu ihr aufschaut, ist so fasziniert, dass er nicht auf die Stromschnellen achtet und in den Tiefen des Rheins versinkt. Heinrich Heine hat später einen Liedtext darüber geschrieben, den Friedrich Silcher 1837 vertont hat. Daraus entstand das bekannte Loreley-Lied („Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“)

 

Nachdem im weiteren Verlauf die ursprünglich geplante Route nach Oberwesel wegen einer Baustelle gesperrt war, bogen wir ab in die freie Natur und rollten im Schritttempo über Winzerwege mit schiefernem Fels und vertrocknetem Gras wieder bergab nach Oberwesel.

Hier ging es mitten durch die Stadt, begleitet von vielen Passanten mit gezückten Fotokameras, vielen nach oben gerichteten Daumen, winkenden Händen und grinsenden Gesichtern. Das rote Band der Sympathie unterwegs im Mittelrheintal!

Nach einer längeren Steigung stand plötzlich unser Scout Klaus mitten auf der Straße und wies die Kolonne nach links ein. Es folgte die Aufstellung im Weingut Albert Lambrich, wo wir von einem blauen Eicher ED 16 - ähnlich alt wie unsere Porsche - Traktoren begrüßt wurden.

Auf der Terrasse im Schatten des Weingutes wurde eine Gulaschsuppe gereicht- bei der Hitze hätte sich mancher wohl aber eher eine Kaltschale gewünscht. Aber lecker hat sie doch geschmeckt und alles wurde - wie wir Treckerfahrer nun mal so sind- restlos aufgeputzt.

Auffallend war beim Blick auf die gegenüberliegende Rheinseite auf der Höhe am Horizont ein Kirchturm mit einem winzigen, orangen Punkt davor. Uli hat das Zoomobjektiv seines Fotoapparates bemüht, und das Rätsel aufgelöst: Tatsächlich, das war der einsam zurückgelassene AP 17 auf der Wiese hinter dem Landgasthaus Blücher!

 

Nach der Mittagsrast folgte eine 2- stündige Passage durch Wald, Weinberge und über Wirtschaftswege ohne jeglichen Verkehr- immer wieder bergauf und auch bergab. Die Motoren und auch die Bremsen mussten hier einiges leisten, was an einigen Traktoren unüberhörbar war. Bis zu 19% Steigung und auch Gefälle waren jetzt keine Seltenheit. Die Route führte über Dellhofen vorbei am Pfalzblick nach Langscheid hinunter an den Rhein nach Bacharach.

Wohlwissend, dass ein weiteres Übersetzen mit der Fähre zurück auf die rechtsrheinische Seite erfolgen muss, schielten schon einige nach der Fähre; doch Klaus hatte etwas viel Besseres vor: Plötzlich bog er nach rechts ab, man sah noch einen Wegweiser nach Manubach, und schon ging es wieder steil bergauf – endlos lang, wie es schien. Die vielen Kehren und Kurven ließen dabei richtig hochalpines Feeling aufkommen sodass Fahrer und Traktoren teilweise an ihrer Leistungsgrenze arbeiten mussten. Auf der einen Seite bot sich dann der Blick auf den Windpark im Hunsrück und auf der anderen Seite der Blick steil bergab ins Rheintal. Über Oberdiebach und Rheindiebach

wieder unten am Rhein angekommen, schlängelte sich die Karawane durch Ober- und Niederheimbach, um dann nach links durch eine Bahnunterführung auf die Fähre nach Lorch und damit auf die andere Rheinseite überzusetzen.

Nach einer rasanten Wasserüberfahrt folgten noch wenige Minuten Traktorfahrt bis zu einem Pavillon am Rheinufer in Lorch, wo die Kaffeepause eingelegt wurde. Auch hier wurden wir an reservierten Tischen im Schatten erwartet.

 

Die Rückfahrt erfolgte dann über ein unteres Stück vom Wispertal wieder hoch nach Ranselberg.

In einem Waldstück kam es dann zu einem längeren Zwischenstopp, weil in der letzten Ortschaft der Tross abgerissen war. Neugierige Passanten verwickelten einige Traktoristen in Fachgespräche und hinderten sie so an der zügigen Weiterfahrt. Wiederum durch verkehrsarme Waldstücke und über Nebenstrecken folgten die Ortschaften Sauerthal und Weisel bis wir am späten Nachmittag nach 73 gefahrenen Kilometern wieder in Dörscheid am Landgasthaus Blücher eintrafen.

 

 

Nach einer ausgiebigen Dusche und ein paar Ruheminuten trafen wir uns auf der Wiese bei den Traktoren zum Gruppenbild. Anschließend folgte der gesellige Teil.

Die Küche des Landgasthauses Blücher fuhr reichlich auf, bei der reichhaltigen Auswahl à la carte wurde jeder fündig und ließ es sich schmecken.

Sylvia übernahm wie für uns gewohnt die offizielle Begrüßung für ihren Mann Wolfgang und hieß alle Teilnehmer noch einmal herzlich willkommen. Später wurde Klaus Borsch und Harald Röttgerding für ihre gute Ausarbeitung der Route und der hervorragenden Durchführung gedankt und viel Beifall unterstrich, wie gut der erste Tag der Veranstaltung allen Teilnehmern gefallen hatte. Die Dankeschön-Präsente wurden überreicht:

Für Klaus eine 3x2 Meter große bedruckte Plane, auf der er mit seinem Porsche Junior posiert für seine Oldtimerscheune und für Harald eine große, gerahmte Leinwand mit seinem Konterfei auf seinem A133 sitzend. Diese Bilder wurden dann sogleich für den Rest des Abends im Gastraum aufgehängt.

Der gemütlichere Teil klang dann bei schönen Gesprächen und netten Begegnungen auf der Terrasse bei dem ein- oder anderen Glas Wein oder Bier aus.

 

In der Nacht gegen 4:00 Uhr wurden wir durch lautes Gerumpel geweckt; ein Gewitter mit ergiebigem Regen zog über Dörscheid hinweg. Schlagartig fiel manchem Traktoristen ein, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit die Sitzkissen vom Traktor nicht abgenommen zu haben. Doch jetzt aus dem gemütlichen Bett aufstehen und hinaus in den Regen? Nein, dann doch lieber am nächsten Morgen einen nassen Hintern riskieren…

Bis wir dann am Sonntag das gemütliche Frühstück hinter uns hatten, war auch der Regen vorbei, und das große Trockenreiben und Wienern der Traktoren begann. Um 09:45 Uhr gab es eine kurze Fahrerbesprechung, die plötzlich zu „…wir bilden einen Kreis“ mutierte und um ein Haar in einem Sirtaki geendet hätte. Froh gelaunt erfolgte nun die Abfahrt.

Der Sonntag sollte nach der langen Fahrtstrecke am Samstag eher unter dem Zeichen der Kultur stehen.

 

Nach einer kurzen Fahrtstrecke auf einem malerischen Winzerweg hinunter nach Kaub, immer den Rhein im Blick, war nach etwa 7 km der erste Teil der Strecke auch schon geschafft. An der Rheinpromenade direkt unter dem Denkmal des Generalfeldmarschall Blücher wurden die roten Schmuckstücke aufgestellt und die Porsche-Diesel-Fahne gehisst. Sofort fanden sich viele Touristen und Neugierige ein, um die Fahrzeuge zu bewundern.

Leider mussten wir gleich zu Fuß weiter, denn das Fährboot hinüber zur Rheininsel mit der alten Zollburg Pfalzgrafenstein wartete bereits. Alle Mann/Frau an Bord, wurde übergesetzt zur im 14. Jahrhundert erbauten Burg. Die Besichtigung erfolgte nach einer kurzen Einweisung in die Geschichte der Zollburg auf eigene Faust und eine gute Stunde später brachte uns das Fährboot wieder zurück ans Festland.

Die Mittagsrast erfolgte in einem gemütlichen Biergarten an der Rheinpromenade und wer wollte, konnte noch die Altstadt von Kaub erkunden.

Nach einem weiteren Gruppenbild vor dem Blücher-Denkmal wurde um 13:30 Uhr wieder aufgesessen und durch Kaub ging es wieder bergauf zurück in Richtung Weisel. Auch hier erfolgte wieder eine Steilpassage mit 18% bergauf, doch inzwischen sind alle Fahrerinnen und Fahrer unserer Regionsausfahrten doch so versiert, dass auch diese fahrerische Herausforderung keinem mehr ersthafte Probleme bereitet. Besonders erwähnenswert ist es, dass am gesamten Wochenende sehr diszipliniert und rücksichtsvoll gefahren und auch ebenso miteinander umgegangen wurde, was das Traktorfahren sehr entspannend werden ließ. Auch sind die meisten Fahrzeuge inzwischen so gut eingestellt, dass die Rauchentwicklung bergauf sich auf ein Minimum beschränkt hat.

 

Nach einer Stunde und gerade mal insgesamt 22 Fahrkilometern waren wir zurück am Ausgangspunkt in Dörscheid. Damit war der offizielle Teil der Veranstaltung beendet; Traktoren wurden verladen oder man setzte sich zu Kaffee und Kuchen zusammen, eine dritte Gruppe machte sich nach der Verabschiedung wieder auf den Heimweg per Achse in verschiedene Richtungen.

 

Bleibt zusammenfassend das Résumé, dass es auch diesmal eine gelungene Veranstaltung war, die wieder einmal mehr gezeigt hat, welch schöne Stunden sich bieten, wenn sich gleichgesinnte Porsche-Diesel Fans treffen und etwas gemeinsam unternehmen…

Die Organisation war wie immer top und es blieben keine Wünsche offen.

Klaus und Harald sei hiermit noch mal unser aller Dank ausgesprochen, Ihr habt das wirklich super gemacht!!!

 

Auch an Sylvia und Wolfgang für ihre unermüdliche Arbeit und Organisation im Hintergrund, ohne die unsere tollen Regions-Veranstaltungen nicht möglich wären, vielen Dank !!!

Nicht zu vergessen die Familien Heinz- Uwe und Andrea Fetz vom Weingut Fetz sowie Marcus Fetz und Team vom Landgasthaus Blücher und allen anderen, die dazu beigetragen haben, dass es eine unvergessliches Wochenende wurde, ganz herzlichen Dank!

Allen Teilnehmer hat es wieder einmal bestens gefallen und besonders diejenigen, die zum ersten Mal bei einer unserer Regionsausfahrten dabei waren, sparten nicht mit Lob über das gelungene Wochenende.

 

Nachlese 1 – Technik:

Was die beiden Havaristen betrifft, halb so schlimm!

Raimunds AP 17 lief bereits am Montag morgen nach einer zweistündigen „Schrauber-Session“ schon wieder, der befürchtete kapitale Motorschaden entpuppte sich als gelockerte Kontermutter einer Stößelschraube für die Betätigung der Einspritzpumpe. Dies hatte zur Folge, dass sich die Schraube allmählich in den Stößel eingedreht hatte, was zunächst mit spätem Förderbeginn und erheblichem Schwarzrauch, dann Leistungsverlust und zum Schluss Nullförderung an einem Zylinder endete.

 

Der inkontinente Dieseltank an Robert‘s Junior ist kein unbekanntes Problem bei Porsche Diesel Traktoren. An der Unterseite des Tanks befindet sich an der tiefsten Stelle ein so genannter Schlammbecher, in diesem sitzt auf der Innenseite der Kraftstofffilter und auf der Außenseite der Abgang für die Kraftstoffschraube sowie eine Ablassschraube. Diese Ablassschraube dient nicht zum Ablassen des Kraftstoffes, wie viele meinen, sondern zum Ablassen des Kondenswassers, welches sich in jedem Tank bildet und – weil es schwerer ist als Dieselöl- nach unten absetzt. Wird dieses Kondenswasser nicht von Zeit zu Zeit abgelassen, kann der Tank an dieser Stelle von innen nach außen durchrosten. Schaut man an Porsche- Treffen einmal genauer hin, kann man manchen Tank entdecken, an dessen Schlammbecher eine nachträgliche Lötnaht auf dieses vermeintliche Problem in der Vergangenheit hinweist. Die Bedienungsanleitungen unserer Porsche- Diesel Traktoren beinhalten hier im Kapitel Wartung sogar einen exakten Hinweis:

„Monatlich: Kraftstoffbehälter- Schlamm ablassen und entlüften“ und „Halbjährlich: Kraftstoffbehälter und –filter reinigen bzw. ersetzen “

Diese Vorschrift mag ja gegolten haben, als die Traktoren noch tagtäglich im Einsatz waren, doch so ab und zu schadet auch unseren Hobbyfahrzeugen hier ein gewisser Service nicht.

Also Augen auf und Wartungsstau vermeiden- sonst muss am Ende der Brenner und das Hartlot ran!

 

Nachlese 2 – bunt gemischt:

Der Pokal für die weiteste Anreise per Achse geht an die Rüsselsheimer Mannschaft, die insgesamt 255 km unter die Traktorreifen genommen hatte.

Der für die weiteste Anreise mit Trailer gebührt natürlich an Daniel und Marie-Jeanne Ascension aus Beaune in Frankreich. So langsam wird unsere Region Frankfurt-Spessart, deren Mitglieder inzwischen aus vier (mit Gästen aus fünf) Bundesländern kommen, sogar international…!

 

Nachlese 3 - Ausblick:

Die Planungen für 2016 stehen schon. Volker und Waltraud haben angeboten, eine Fahrt rund um die hessische Ronneburg zu organisieren. Wir sind gespannt!

Für 2017 haben sich unsere Freunde, Familie Gründel und Opitz angeboten, eine Rundfahrt im bergischen Land zu planen. Damit hätten wir dann Bundesland Nr. 5 in unserer Regions-Mitte…

 

© Text: Jan Holighaus, Juli 2015

© Bilder: Sabine Holighaus, Gerald und Wolfgang Schneider

 

Info
PORSCHE-DIESEL Club Europa e.V.

Edisonstraße 25a
D-28357 Bremen / Horn-Lehe

Tel.: +49 421 27 81 98 19
Fax.: +49 421 27 81 98 29

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