Tour de Franken 2014

EINFACH PARADIESISCH !

 

Nicht die Kenntnisse der französischen Sprache oder der Besitz eines Rennrades, sondern eher ein Porsche-Diesel-Traktor war Voraussetzung, um sich als Teilnehmer der

Tour de Franken 2014 anmelden zu können. Doch einige Sprachbarrieren gab es später dennoch, als die PDCE- Region Frankfurt-Spessart ihre Regionsausfahrt am zweiten Juniwochenende 2014 im Weinparadies Franken rund um das malerische Dorf Seinsheim durchführte.

Geografisch gehört die Region zu Bayern, doch da die Bewohner dieser idyllischen Gegend nicht als Bazi, sondern als Franke benannt werden wollen, müssen wir hier noch etwas tiefer in Sachen Heimatkunde einsteigen:

Auch wenn die Region (von einzelnen) gerne als Hinterfranken bezeichnet wird (insbesondere von jenem aus dem Untertaunus), so ist die richtige Bezeichnung für das gewählte Gebiet unserer Ausfahrt Mainfranken, welches das östliche Gebiet des Regierungsbezirks Unterfranken bildet.

Die freundlichen Menschen der Umgebung nennen ihre Heimat aufgrund des starken Weinbaus eher liebevoll und richtigerweise Weinfranken. Der eigenständige Ort Seinsheim mit seinen Ortsteilen Tiefenstockheim, Wässerndorf und Iffigheim gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit und liegt im Landkreis Kitzingen auf 252 mtr. über NHN.

Seinsheim hat eine Fläche von 17,52 km², ca 1100 Einwohner und damit eine Bevölkerungsdichte von etwa 60 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die Umgebung heißt aufgrund der vielen Weinberge und Winzer auch Weinparadies (siehe auch im Internet www.einfach-paradiesisch.de)

So viel zur Geografie (@Dieter: musste mal klargestellt werden! )

 

Nach einiger längerer intensiver Vorbereitung war es dann soweit. Bereits am Donnerstag reisten die ersten Gäste an, aus einem unauffälligen Ford Transit kam ein Junior S zum Vorschein, andere Porsche Traktoren wurden von den Trailern abgeladen.

Zuvor waren unzählige Mails zwischen Raimund, Jan und Sylvia hin- und hergegangen, viele stundenlange Telefonate zwischen Raimund und Jan geführt (Frauen können das nicht besser!) und einige Vorab-Besuche und Erkundungen ins Frankenland sowie „Testessen“ in den ausgewählten Lokalitäten absolviert worden.

Mit Familie Kernwein konnten wir einen fantastischen Partner für die Durchführung des Events gewinnen, denn Birgit (Frau Kernwein) hatte es fertig gebracht, alle Teilnehmer in ihrem eigenen Haus oder in unmittelbarer Nachbarschaft einzuquartieren!

Unsere anfangs größte Sorge, wo sich eine solch große Gruppe mitsamt Traktoren, Zugfahrzeugen und Trailern unterbringen und auch noch verköstigen lässt, hatte sich damit in Luft aufgelöst. Denn so schön und malerisch die kleinen Dörfer auch sind, auf großen Tourismus oder 20 Traktoren mit Besatzung ist man nicht unbedingt ausgerichtet.

Gregor Kernwein hatte seinen Nachbarn überredet, dass wir dessen Wiese zum Parken nutzen durften, und für das Mähen vorab hatte er auch gleich noch gesorgt.

 

Die Teilnehmer aus den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen waren dann bis Freitag abend rechtzeitig angekommen, und ab 18:00 Uhr war die „Anmeldung“ und das Check- In eröffnet. Das Team Sylvia, Jutta, Sabine und Klaus versorgte die Gäste mit allen nötigen Informationen und einem kleinen Willkommens-Geschenk, erledigte die Formalitäten und sammelte den Teilnahmeobolus ein.

Nachdem alle Traktoren sauber ausgerichtet in einer Reihe gegenüber dem Weingut Kernwein aufgestellt waren, nahmen wir im Hof unter den lauschigen Weinreben Platz.

Nach einigen Begrüßungsworten durch unseren Vormann Wolfgang übernahm Sylvia das Wort und bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei Raimund und Jan für die Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung. Zwei tolle Präsente wurden überreicht: Ein imposantes Foto von Raimund auf seinem „Absicherungsfahrzeug“ in fast voller Lebensgröße auf Plane gedruckt und eines von Jan vor seinem Porsche Super in den Bergen auf großer Leinwand- beides wurde mit großer Begeisterung in Empfang genommen!

Von unseren Gästen aus Nordrhein-Westfalen erhielten die Damen des „Orgateams“ noch drei wunderschöne Rosenstöcke als Präsent.

Eine Weinprobe mit deftiger Brotzeit aus Birgit‘s Küche war nun angesagt und Gregor kredenzte nacheinander sechs seiner eigenen Weine. Da unser Winzer auch immer mal in den fränkischen Dialekt wechselte, wurde nun doch manche Sprachkenntnis erforderlich, um Gregor‘s Ausführungen vollständig zu folgen. Aber so etwas meistern wir natürlich mit links! Einfach ist es da ja noch, dass bei vielen Verben die Endung „en“ im fränkischen einfach weggelassen wird.

Nach Bekanntgabe der „technischen Daten“ der einzelnen Weine folgte auch jeweils ein Trinkspruch und mit jeder Folge wurde der Abend lustiger.

So erfuhren wir später auch von der Sache mit dem gedäfften Hund “(gedäfft- fränkisch für: getauft,) und warum Unterhosen das Porsche-Traktorfahren sauberer und wärmer machen….

Herzhafte Lacher, Beifall und viele Schenkelklopfer sowie überall vergnügte Gesichter (und das nicht nur vom Wein!) – der Abend verging wie im Flug. Ein gelungener Auftakt!

Ein kleines Highlight war die „Porsche-Diesel-Illumination“. Kam doch einer auf die Idee, mal in der Dunkelheit das Standlicht am Trecker einzuschalten, folgten alle anderen auf dem Fuße, und plötzlich stand eine Reihe Porsche-Traktoren mit „leuchtenden Augen“ gegenüber, vielleicht um uns so „Gute Nacht“ zu sagen…?

 

Am Samstag morgen frühstückten wir in der Kernweinstube vom reichhaltigen Buffet.

Vor der Abfahrt gab es noch eine Ansprache des „Fahrtleiters“ Jan an die Fahrer, Informationen zur Route und Anweisungen zum Abstellen der Fahrzeuge in den Pausen wurden übermittelt.

PÜNKTLICH um 8:45 Uhr wurden die Motoren gestartet, Raimund mit seinem Traktor setze sich an die Spitze und führte den Tross an, 18 weitere Traktoren folgten. Raimund‘s Söhne unterstützen hier hervorragend: Christian als Beifahrer auf dem Führungsfahrzeug hatte die nachfolgende Kolonne immer im Auge, und Matthias fuhr das Schlussfahrzeug; den imposanten Super mit beflaggtem Frontlader, weithin sichtbar. So war fast immer ein Sichtkontakt zwischen dem ersten und letzten Fahrzeug möglich. Wo das nicht ging, hatten die Jungs über Handy Kontakt und die Gruppe wurde immer perfekt zusammengehalten.

Die Gegend um Kitzingen ist stark landwirtschaftlich geprägt, daher bestehen die Flächen um die Dörfer und Gemeinden fast ausschließlich aus Ackerland und Wiesenflächen.

Ausschließlich über Nebenstraßen und über Flurbereinigungswege hatte Raimund eine fantastische Routenführung ausgearbeitet; bergauf und bergab ging es entlang von Getreidefeldern, Zuckerrüben, Raps und Maispflanzen. In dutzenden verschiedenen, vorwiegend grünen Farbtönen präsentierte sich die Natur – manche Gerstenfelder zeigten durch ihren goldgelben Ährenstand die herannahende Erntezeit.

Zarte und lichte Maispflanzen, gerade erst 30 cm groß, werden in 3 Monaten zu stattlichen und dichten Pflanzen über 3 mtr. Größe gewachsen und damit dann auch bald erntereif sein.

 

Hinauf auf den 474 mtr. hohen Schwanberg hatten die Traktoren dann schon etwas zu schaffen, stellenweise ging es doch ganz gut bergauf. Auf der Plattform angekommen, wurde eine kurze Rast eingelegt und der wundervolle Blick ins Tal und über das Land genossen. Auf der einen Seite die Stadt Iphofen mit dem Knauf-Gipswerk und zur anderen Seite die Orte Rödelsee und Großlangheim. Jeder Landschaftsmaler hätte ob der Farbenfülle und der ländlichen Beschaulichkeit sofort seine Staffelei ausgepackt …

 

Allen Bedenken und der Wetterprognose mit lokalen Schauern und Gewittern zum Trotz zogen die schwarzen Wolken über uns weiter und Sylvia‘s Stoßgebet vom Vorabend schien gewirkt zu haben. Wir blieben trocken.

Die Fortsetzung der Etappe führte uns entgegen der ersten Planung dann nach Birklingen.

Renate, Raimund‘s Frau, hatte den entscheidenden Tipp gegeben: das Restaurant „Augustiner am See“ für die Mittagsrast. Das setzen wir dann kurzfristig in der Endphase der Planung glücklicherweise noch um.

Jan war mit seinem Traktor inzwischen vorgeeilt und hatte die Porsche-Diesel Fahne gehisst, als die Gruppe eintraf. So wurden alle Fahrzeugführer auf ihre Plätze eingewiesen und ein schönes Bild der Traktoren war wieder gesichert.

Herr Schwab, der Wirt der Gaststätte, hatte uns zuvor seine reichhaltige Speisekarte zugeschickt, aus der wir eine Auswahl getroffen hatten. Somit konnten alle Teilnehmer ihre Mittagsgerichte bereits am Vorabend auswählen, und eine zügige Bedienung und hervorragende Verköstigung durch das professionelle Team des „Augustiner am See“ war gesichert. Nachdem es allen sehr gut geschmeckt hatte und der letzte Espresso genossen war, rumpelten wir weiter über einen staubigen Kiesweg nach Mönchsondheim. Bei Ankunft waren die zuvor rot glänzenden Traktoren nun mit einem dicken matten Staubkleid überzogen. 

Ziel war das Kirchenburgmuseum, mit dessen Leiter, Reinhard Hüßner, Raimund zuvor eine Führung vereinbart hatte. Das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim ist das einzige seiner Art in Deutschland, hierstehen alle Gebäude an ihrer originalen Stelle und wurden nicht- wie in anderen Freilandmuseum- woanders abgebaut und im Freilandmuseum wieder aufgebaut. So folgte nun der „kulturelle Teil des Programms“.

Ein Rundgang mit sehr spannenden Erläuterungen durch die fränkische Vergangenheit und ehemalige kleinbäuerliche Gehöfte vermittelten den Gästen einen Eindruck über das eher karge Leben der Vorfahren. Um die Kirchenburg aus dem 15. Jahrhundert mit ihrer 1688 erbauten barocken Kirche wurden im Jahr 1577 das Rathaus mit seinem wunderschönen Fachwerk , 1790 das Dorfgasthaus „Schwarzer Adler“ und 1927 die Dorfschule mit der Wohnung des Lehrers errichtet.

Erschöpft nach so viel Information freuten wir uns auf Tische und Bänke im Schatten; im Hof des Gasthauses „Krone“ war bereits für uns eingedeckt. Leckerer, hausgebackener Kuchen und duftender Kaffee warteten auf uns, und alle ließen es sich gut schmecken.

Mittlerweile war es richtig warm geworden und auf die Jacken konnten bei der letzten Etappe fast verzichtet werden. Die Routenführung war bravourös und auf die Minute genau im Zeitplan, hier hat man deutlich gemerkt, dass sich Raimund viel Mühe gemacht hatte- er war die Strecken mehrfach mit seinem Roller abgefahren und hat exakt gerechnet, damit der Zeitplan passt!

Die letzten 10 Kilometer zurück nach Seinsheim waren dann auch nur noch pures Vergnügen; zurück bei Familie Kernwein wurden die Traktoren wieder ordentlich aufgereiht, und während die ersten unter die Duschen hüpften, löschten andere erst einmal ihren Durst bei einem Schoppen oder sahen nach dem „Motoröl“ für die Trecker(-besatzungen).

Am Abend war für uns die kleine der beiden Kernweinstuben reserviert, ein netter Nebenraum mit einem besonderen Gag: die ursprünglich im Boden liegende Luke zur Treppe in den darunter liegenden alten Weinkeller war durch eine begehbare Glasscheibe ersetzt worden und gab somit den Blick von oben auf die alten Holzfässer frei.

Witzig war zu bemerken, dass sich niemand so recht traute, auf die Glasscheibe zu treten und als Gregor Kernwein auch noch bemerkte, wer sich nicht benehme, müsse in den Keller und könne dem Treiben dann von unten durch die Scheibe zusehen, waren alle gaaaanz brav…

Beim Studium der Speisekarte stellte sich heraus, dass es sich bei dem „Wengertsbriedla“ nicht um Werkzeug für den Weinberg sondern um den fränkischen Begriff für eine deftige Winzerbrotzeit mit Wurst, Käse und einem Schnaps auf einem Holzbrett handelt, und so wurde natürlich auch hier fleißig geordert.

Gregor und sein Sohn Franz in ihren zünftigen Lederhosen waren nicht nur Wirt und Kellner in Personalunion, auch als Musikanten überzeugten sie mit Bravour!

Nach überaus leckerem Essen aus Birgit Kernwein‘s fränkischer Küche packte Gregor seine Klarinette und Franz das Akkordeon aus, und schnell war die Stimmung am Kochen. Bekannte Lieder animierten alle zum Mitsingen, Summen und Schunkeln. (Nebenbei, auch La-la-la als Liedtext geht immer!)

Zur allgemeinen Überraschung nahm Sabine dann dem Franz das Akkordeon ab und knüpfte an ihre früheren Zeiten als Alleinunterhalterin an, begleitet von Gregor an der Klarinette oder als Sänger. Der Rebensaft floss reichlich, und im Nu war es Mitternacht. In Anbetracht der geplanten Tour am Sonntag ging ein gelungener Abend nach den letzten Absackern zu Ende.

 

Am Sonntag wurden wir von kräftigen Sonnenstrahlen durch das Fenster geweckt.

Blauer Himmel, strahlende Sonne, ein paar weiße Schäfchenwolken, ein leichter Wind in den Kornfeldern –einfach eine traumhafte Kulisse. Das wird heute was werden!!!

 

Gut gestärkt vom leckeren und üppigen Frühstücksbuffet kletterten wir auf die Traktoren, und es gab sogar noch einen Fahrzeug-Zuwachs zu verzeichnen:

Am Schlussfahrzeug hing noch ein blauer Allgaier- Triebachsanhänger, ein sogenannter „Stalldungstreuer“, bei dem über die Zapfwelle vom Traktor das Hinterrad des Anhängers mit angetrieben wird. Es handelt sich hierbei um den Typ 184, ein Anhänger mit 1 Tonne Leergewicht und 3,4 Tonnen Zuladung! Raimund hat dieses seltene Stück perfekt restauriert und auch den verstellbaren Antrieb über Keilriemen und Kette voll funktionsfähig instandgesetzt. Im Winter nutzt er den Anhänger im Wald zur Holzbergung und lässt sogar mit dem 25 PS Porsche- Standard davor auf Schnee und Eis so manchen 70 PS- Allradtraktor stehen. Inzwischen ist er ein richtiger „Triebachsanhänger- Spezialist und hat einige dieser Gefährte in seinem Fuhrpark. Damit nicht genug, hatte er seinen Standard, der ohnehin durch Verdeck und Hydrostop in Vollausstattung dastand, mit Zwillingsbereifung ausgerüstet. Damit wuchs der Schlepper auf die imposante Breite von 2,30 Metern.

Wolfgang, der die Zwillingsbereifung seines etwas kippanfälligen Schmalspur-Juniors zu Hause gelassen hatte, riss die Augen auf und fragte beim Anblick dieses breiten Gefährts mit bangem Blick, wohin die Fahrt denn heute ginge. Raimund zwinkerte und antwortete, das werde er nicht verraten. Wolfgang stieg mit einem etwas mulmigen Gefühl auf seinen Trecker…

 

So tuckerten wir los, in die Gegenrichtung vom Vortag. Durch Wiesen und Auen, an Teich und See entlang, über echte Feld- und Schotterwege. Wir passierten die Gemarkungen von Tiefenstockheim, Winkelhof und Wässerndorf. Ein wahrer Genuss, auf dem Traktor sitzend und langsam vor sich hinrollend die Landschaft und die Natur zu genießen. Man kann eigentlich nicht genug davon bekommen.

 

 

Am Ortsausgang von Bullenheim führte uns die Route nun hoch in die Weinberge. Ein kurzer Halt an der „Hutteneiche“ am Bullenheimer Berg wurde eingelegt. Ein über 500 Jahre alter Baum, innen hohl und trotzdem treibt er jedes Jahr wieder aus und hat volles Laub. Wenn der erzählen könnte…!

Unser Weg setze sich fort durch die Weinberge, und wir schraubten uns immer weiter nach oben. Der Blick über die Hanglagen nach Bullenheim und ins Frankenland ist einfach unbeschreiblich schön!

An der höchsten Stelle wurde ein zweiter kurzer Stopp eingelegt. Nun hieß es sich körperlich ertüchtigen! Ein Fußmarsch steil bergan von ca. 10 min behagte zwar nicht jedem, und von der erwarteten Kunigundenkapelle standen ja auch nur noch die Giebelwand und der Sockel der Grundmauern. Aber gut, ein kleines Schmankerl musste ja noch sein und Raimund bewies sich einmal mehr als Heimatkundler, indem er die Geschichte über die Kapelle erzählen konnte. Dieser Programmpunkt war mit Absicht eingelegt worden, damit der Appetit der Traktorbesatzungen noch etwas angeregt wurde. (Offiziell war dies natürlich der kulturelle Programmpunkt für den Sonntag!)

Endpunkt der offiziellen Fahrt war dann 300 Meter weiter die „Weinparadies-Scheune“ oberhalb Ippesheim, die wir für unsere Mittagsrast ausgewählt hatten.

Auch hier lief alles perfekt, der wiederum vorausgeeilte Porsche-Traktor mit gehisster Fahne empfing die restlichen Traktoren und ihre Fahrer mit Beifahrer/innen.

Zuvor war uns ein fantastischer Parkplatz auf einer Terrassenwiese vom Wirt zugewiesen und abgesperrt worden, und wir reihten die Schmuckstücke wieder einmal mehr als Blickfang auf.

Viele Besucher der Paradies-Scheune machten sich sogleich daran, die Fahrzeuge näher zu besichtigen, während wir die für uns reservierten Tische und Bänke einnahmen.

Obwohl die Speisekarte mehr als reichliche Auswahl bot, entschied sich gut die Hälfte der Gäste für den Sauerbraten mit Knödel, was sich als hervorragende Wahl herausstellte. Absolut lecker, als Beilage ein fantastischer Salat, mmmh, man kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus!

Dazu der Blick ins fränkische Weinland bis zum Horizont in einem 180° Panorama- jetzt wurde klar: das ist das Paradies!

Als uns die Sonne nach dem Essen doch fast zu heftig wurde, drängte sich so langsam der Wunsch zur Weiterfahrt auf.

Nach dem gemeinsamen Gruppenbild trennte sich die Mannschaft. Während die Hälfte der Teilnehmer entschied, direkt zurück nach Seinsheim zu fahren und die Traktoren zu verladen, hatte Raimund noch ein ganz besonderes Schmankerl im Gepäck: Während die einen bergab fuhren, ging es für uns noch weiter bergauf, und immer weiter entfernten sich die beiden Traktorenschlangen voneinander. Die einen hoch oben, die anderen unten im Tal- alle in die gleiche Richtung fahrend und immer kleiner werdend.

 

Plötzlich hielt Raimund an, setze den Blinker rechts und bog ab- direkt in den Weinberg.

Vor uns lag ein steiler Hügel- oder besser der Hüttenheimer Tannenberg mit 382 Metern über NN. Ein kurzer steiler Kiesweg mit einer Steigung von geschätzten 25% verlangte ein herunterschalten und der Flachland- Traktorist hielt sich krampfhaft am Lenkrad fest.

Doch auch der Super mit dem Anhänger schaffte die Steigung mühelos, und immer höher und durch den Wald schraubten wir uns bis zum Gipfelkreuz des Tannenbergs. Ein unbeschreiblich weiter Ausblick war der Lohn, rundum Weinberge, Sonnenschein, völlige Ruhe und von roten Porsche Traktoren umringt – einfach paradiesisch halt!

 

Nach einer längeren Verweildauer tuckerten wir langsam und vorsichtig wieder hinunter auf die befestigten Wege. Durch Hüttenheim ging es zurück zum Ausgangspunkt nach Seinsheim. Von den Teilnehmern der ersten Gruppe waren manche inzwischen schon abgereist, andere verluden noch ihren Traktor oder saßen schon bei einem Kaffee und einem Stück von Birgit Kernwein‘s leckerem, selbstgebackenem Kuchen in der Sonne.

 

So hieß es denn auch für uns den Schlepper verladen, alles sicher verzurren, Hände waschen, Gepäck und natürlich auch ein paar Kästen Wein einladen und – nein, nicht abfahren:

In den Schatten setzen, Kaffee und Kuchen genießen und das tolle Wochenende nochmal revue passieren lassen!

Es war eine gelungene Veranstaltung und die Organisatoren bekamen sehr viel Lob von den Teilnehmern.

 

Einen herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben, dass die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde und so reibungslos verlaufen ist.

Ganz besonderen Dank nochmal an Gregor und Birgit Kernwein, ihren Söhnen Franz und Peter sowie das gesamte Team im Hintergrund und in der Küche; ohne Eure Anstrengung und Eure Gastfreundschaft wäre uns dieses Unternehmen so nicht geglückt!

 

Einen besonderen Dank auch einmal an Sylvia, die immer im Hintergrund noch so viel für unsere Veranstaltungen organisiert, an alles denkt und auch die Geldschatulle verwaltet. Mit Dir hat es wieder einmal mehr viel Spaß gemacht, eine solche Sache zu organisieren.

Auch dass uns Mitglieder unserer Region mit helfender Hand zur Seite standen, ist immer wieder schön und spornt an. Echte Teamarbeit, das macht wirklich Spaß!

 

Wir sind schon neugierig auf Regionsausfahrt in 2015!

(„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“).

 

Jan Holighaus

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