Werksbesichtigung John Deere Werk Mannheim 07.04.2014

Alles im grünen Bereich…..

 

 

Um nicht irgendwann einer völligen Farben-Blindheit aufgrund zu übermäßigem Rot- Genuss ausgesetzt zu sein, beschloss die Region Frankfurt-Spessart im letzten Jahr, im Frühjahr 2014 einmal den Blick auf eine andere Farbe zu werfen.

 

 

Unser Mitglied Dieter Albus hatte eine Werksführung bei John Deere in der Traktorenfertigung im Werk Mannheim organisiert.

 

So reisten am  Montag, den 7.April 2014 nahezu alle Regionsmitglieder in Begleitung einiger Freunde am Tor 1 bei JDWM ein.  Aus Rhön, Spessart, Franken, Mosel, Hanau, Frankfurt und Südhessen reisten die Teilnehmer an.

 

 Die extreme Parkplatznot für die Besucher wurde dadurch gemildert, dass Dieter die Erlaubnis bekommen hatte, dass wir unsere Fahrzeuge direkt auf dem Busparkplatz vor dem Forum abstellen durften. So wurden wir pünktlich um 14:00 im Besucher- Forum begrüßt.

 

Nach einem kurzen Blick in ZDF (nein, nicht ins Fernsehen;  es gab einen Überblick über Zahlen-Daten-Fakten) des John-Deere Konzerns und einem kurzen Filmbeitrag über das Werk wurden wir mit Warnwesten, Schutzbrillen und einem Audio-Guide ausgestattet.

 

John Deere gründete sein Unternehmen 1837 in den USA und brachte als erstes einen selbstreinigenden Pflug auf den Markt. 1956 übernahm die John-Deere Corporation das Heinrich-Lanz- Werk in Mannheim.

 

Während einer kurzen Einführung in die Modellpalette erfuhren wir, dass das Werk Mannheim über eine  Gesamtfläche von 42 Hektar verfügt, 4150 Mitarbeiter beschäftigt  und hier die Schlepper bis 210 PS gefertigt werden. 90% aller gebauten Modelle verfügen über Allradantrieb, die Hinterradschlepper mutieren da fast schon zu Exoten. Mannheim (JDWM) fertig die Schlepper der 5er, 6er und 7er-Reihe, d.h. die erste Zahl gibt die Modellreihe an und die drei Zahlen danach die Motorleistung in PS.

 

Weiterhin bezeichnen die Buchstabenkürzel M und R danach die Ausstattungsvariante, wobei M für die mittlere und R für die gehobene Ausstattungsvariante steht. Man merke sich: „ R“ steht für „reich“  und das C am Ende steht für Kompaktbauweise. Wer aufgepasst hatte, weiß also, dass ein 6170 RC ein Kompaktschlepper der 6-Serie mit 170 PS in der gehobenen Ausstattungsvariante ist….

 

Für Porsche-Diesel Fahrer schon eine Herausforderung, das alles zu kapieren- sind wir doch eigentlich nur vier Begriffe gewohnt: Junior-Standard-Super-Master!

 

(Aber die Insider wissen ja, dass auch Porsche in allen Modellvarianten incl. der vorangegangenen Allgaier- Schlepper auch 53 verschiedene Modelle gebaut hatte!)

 

Das Werk Mannheim generiert einen Jahresumsatz von 2,2 Milliarden Euro und exportiert 70% seiner gebauten Traktoren.

 

Nach der Stärkung mit Kaffee und Stückchen ging es dann auf zum 4 km langen Fußmarsch; zunächst in die Getriebefertigung, wo der Hinterwagen auf einem Prüfstand in Aktion besichtigt werden konnte.

 

Anschließend am Aufrüstband für den Getriebezusammenbau; hier erfuhren wir, dass John Deere 3 verschiedene Getriebetypen anbietet. Das „Direct Drive“, ein Standard- Synchronisiertes Schaltgetriebe, welches mit 6 Gängen und 4 Lastschaltstufen ausgerüstet ist. Dazu gibt es ein automatisches Getriebe (hydrostatisch) mit vollautomatischer Steuerung.

 

Seit einem Jahr hat John- Deere nun auch ein Doppelkupplungsgetriebe im Programm, welches den Kraftstoffverbrauch gegenüber dem hydrostatischen Getriebe um 5% verringert und  in Zukunft sicherlich eine entscheidende Rolle bei den stetig steigenden Kraftstoffpreisen spielt.

 

Weiter ging der Fußmarsch durch die Zahnrad- und Getriebe-Einzelteilefertigung in die Endmontage. Hier liefen dich tatsächlich auf dem Förderband nach lauter grünen auch mal einige orangefarbene Rahmen. Dies sah nach einer Sammelbestellung von Kommunalfahrzeugen aus.

 

Interessant war es, zu erfahren, dass sich John Deere vor 20 Jahren für die Rahmenbauweise entschieden hat; hier gibt es vier verschiedene Längen und so lassen sich im Rahmen alle möglichen Motoren und Getriebe mit unterschiedlichen Ausstattungen einfach paaren. Der Rahmen besteht aus 2 Längsprofilen und einem Querverbinder sowie dem Vorderachsbock, die dann bei der ersten Hochzeit mit dem Getriebe verblockt werden. Diese Konstruktion brachte John Deere auch den wirtschaftlichen Erfolg.

 

Weiter ging es durch die Endmontage, besonders beeindruckend waren hier die gigantischen Kühler vor den Motoren; das alles kennen wir als Fahrer von luftgekühlten Schleppern nicht. Bei den

 

Hi-Tech-Schleppern, die ja inzwischen auch den extrem strengen Abgasvorschriften unterliegen, muss nicht nur das Motorkühlwasser gekühlt werden; nein- auch Getriebe, Diesel, Turbolader, Abgasrückführung, Klimaanlage- all das braucht seine Wärmetauscher!

 

Wie herrlich einfach ist da doch der Aufbau am Porsche-Diesel!

 

Zum Abschluss konnten wir noch die Hochzeit der Kabine mit dem Fahrgestell beobachten, bevor wir als letztes den ersten Motorstart und die Rädermontage am Ablaufband besichtigen konnten.

 

Im Jahr 2013 hat John Deere in Mannheim über 39.000 Traktoren gefertigt, aktuell laufen pro Tag über 170 Schlepper - vorwiegend exakt nach Kundenwunsch aufgebaut-  über das Band. Der Versand erfolgt meist innerhalb 24 Stunden nach Fertigstellung, über 60% davon über den nahen Rhein auf Schiffen bis zur Nordsee.

 

 

Der Besuch endete im Museum des John-Deere Werks, wo eindrucksvoll die Modelle vom „Ur“-Lanz über die Glühkopftraktoren, Halbdiesel bis zur grünen 100er und 300er Reihe (John-Deere Lanz) und ab den siebzieger Jahren die neueren John-Deere bis in die neunziger Jahre ausgestellt waren.

 

Die einigen blauen Lanz- Traktoren nach den vielen grünen waren eine richtige Erholung für die Augen.

 

Allerdings haben wir auch nichts dagegen, im bevorstehenden Frühjahr wieder mit unseren roten Schmuckstücken unterwegs zu sein…

 

Abschließend wurde noch das obligatorische Gruppenbild vor einem „großen Grünen“ im Forum geknipst und nach 3 ½ sehr interessanten Stunden löste sich die Gruppe auf, und alle Teilnehmer traten die Heimfahrt in die verschiedenen Himmelsrichtungen an.

 

 

Ein gelungener Tag für alle Traktor- Begeisterte und Technik-Interessierte!

 

Das verlangt auf jeden Fall einer Nachahmung (frei nach Ludwig Thoma: “Man muss überlegen was man tun kann“) !

 

Danke an Euch, Jutta und Dieter für Euren Einsatz und die tolle Organisation!

 

 

 

 

Bericht:  Jan Holighaus

Bilder: Wolfgang Schneider

 

 

 

 

 

 

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