Großstadt-Dschungel Hamburg 2013

Normalerweise finden die Ausfahrten der Region Hamburg-Nordheide an einem Samstag statt. Diesmal allerdings wurde die Tour auf einen Sonntag verschoben und das hatte einen guten Grund. Samstag wäre es unmöglich mit unseren Rotnasen quer durch Hamburg zu fahren. Nach nur 5 Minuten hätte uns die Polizei als gravierendes Stauhindernis aus dem Verkehr gezogen.

Und so trafen wir uns am Sonntagmorgen an der Tunnelwache SÜD des neuen Elbtunnels. Eckart Kohlscheen, Vormann der Region Hamburg-Nordheide hatte zur großen Hamburg-Rundfahrt geladen. Überall entlang der Zufahrtstrasse wurden die Traktoren abgeladen und vor der Feuerwehrwache aufgestellt.

Pünktlich um 10:00 Uhr gab es das Signal zum Starten der Motoren und Eckart setzte sich an die Spitze des Zuges. Nach einer kurzen Anfahrt kam schon der erste Höhepunkt in Sicht. Majestätisch erhob sich die Köhlbrandbrücke vor uns.

Vom höchsten Punkt der Brücke hatten wir einen tollen Blick über den Hafen.

Weiter ging es nochmal über die Elbe durch die Hafencity zum Prototypen-museum. Zwei Hamburger haben hier ihre Obsession zum Museum gemacht.

Zu sehen gibt es viele Prototypen aus dem Motorrennsport.

                                  Porsche Typ 64 "Berlin-Rom-Wagen"

 

Für ein Propagandarennen Berlin-Rom wurden Ende der 1930er Jahre drei Stromliniencoupés auf Basis des Volkswagens von Ferdinand Porsche entwickelt. Wagen Nr. 2 wurde vom Automuseum Prototyp wieder aufgebaut.

985 ccm   32 PS  140 km/h  585 kg

            Porsche 356 Gmünd Coupé                                 Porsche 356 Vor-A

                                   1582 ccm  75 PS  65 km/h  2000 kg

 

Nicht nur Autos, Traktoren, Flugzeugmotore sondern auch Boote hat Porsche gebaut

Noch viele weitere Porsche stehen in der Ausstellung und warten auf interessierte Bewunderer. Nach einer kurzen Führung ging es weiter. Durch die berühmte Speicherstadt, vorbei an den Landungsbrücken ging es zum Fischmarkt. Hier wartete bereits die Küchencrew des Restaurants „Lust auf Italien“ auf die hungrigen Touristen, ich meinte Traktoristen. Am reichhaltigen Büffet konnte jeder nach Lust und Laune sein Hunger stillen. Nach einem kleinen italienischen Espresso ging es wieder weiter. Von nun an war Regenkleidung angesagt. Es nieselte sich langsam ein und die Temperatur sank immer weiter. Nun folgte der zweite Höhepunkt. Wir konnten die Tunnelbetriebszentrale des Elbtunnels besichtigen.

Auf einer riesigen Monitorwand können die Mitarbeiter der Polizei und der Feuerwehr jeden Winkel der Elbtunnelröhren überblicken und per Knopfdruck den Verkehr steuern. Und wie bestellt, gab es noch Real-TV. In der Röhre 1 fiel ein Motorrad vom Trailer. Schon wurde die rechte Spur der Tunneldurchfahrt gesperrt. Ein Einsatzfahrzeug rückte aus und sicherte die Unfallstelle. Schnell wurde das Motorrad wieder verladen und nach der Ausfahrt des Fahrzeugs aus dem Tunnel die Fahrbahn wieder freigegeben. Mit einem herzlichen Applaus bedankten sich alle beim Aufsichtsteam und machten sich wieder auf den Weg zu den Schleppern.

Die Höhepunkte nahmen nicht ab. Es folgte die sündigste Meile Deutschlands, die Reeperbahn. Vorbei an den Amüsierbetrieben, Spielhallen und Restaurants sowie Theatern umkreisten wir die Binnenalster, fuhren über den Jungfernstieg und erreichten rechtzeitig zum Kaffee wieder das Prototypenmuseum. Mit Mühe konnten wir die durchnässten Jacken ausziehen und ohne Mühe hatten wir die Kuchenbleche leergegessen. Viel zu früh mussten wir wieder die nasse Kleidung anziehen, um uns rechtzeitig zum Grillen wieder an der Feuerwache einzufinden. Durch die Speicherstadt ging es weiter zum Millionengrab Elbphilharmonie. Außer einer großen Baustelle und riesigen Baukränen gab es hier allerdings nicht viel zu sehen. Nun mussten wir noch einmal die Kohlbrandbrücke überqueren, doch bedingt durch den Nieselregen war diesmal die Aussicht stark behindert. An der Feuerwache warteten schon Eckarts Kollegen mit einem angeheizten Grill auf uns. Schnell wurden die Traktoren verladen und mit Genuss noch ein paar Würstchen verputzt. So schnell wie alle nach Hamburg gekommen sind, waren auch alle wieder verschwunden und es kehrte wieder Ruhe in der Feuerwache ein.

Zwei Vorkommnisse müssen noch ausführlich erwähnt werden.

Überall hat man uns freundlich zugewunken, unendlich viele Fotos gemacht und keiner hat sich beschwert, wenn wir doch einmal einen Stau verursacht haben. Coole Hamburger eben.

Ein Porsche Standard-Fahrer wollte den Weltrekord im Reifenwechseln aufstellen. Zack, schon lag der Vorderreifen auf der Straße und die Fahrt des Traktors wurde jäh gestoppt. Wo waren die Radmuttern? Drei wurden schnell auf der Straße gefunden und die Vierte wurde beim rechten Rad demontiert, Zwei Clubmitglieder wuchteten den Traktor hoch, ein Dritter setzte das Rad an und der Vierte drehte die Radmuttern fest. Leider reichte die Zeit nicht zum Weltrekord, trotzdem gebührt den Monteuren unser Respekt. Ohne Wagenheber ein Vorderrad zu montieren ist schon eine beachtliche Leistung.

Fazit der Tour

 

Sie muss bei Sonnenschein nochmals wiederholt werden. Ein Highlight in der Geschichte der Region Hamburg-Nordheide. Vielen herzlichen Dank an Eckart Kohlscheen und seine Helfer.

 

Text: Stefan Barten        Fotos: Silke Barten