Boßeln und Grünkohlessen 2013

Alles begann am 11. Februar 2012. Eine kleine Schar mutiger und unternehmenslustiger Mitglieder der Region Ostsee fuhren nach Fischerhude in Niedersachsen zur Boßeltour mit anschließendem Grünkohlessen. Tapfer und unerschrocken kämpfte unser Technische Wart Günter Hagedorn mit viel Witz und Elan beim Boßelwettkampf. Sein Einsatz wurde mit höchsten Ehren belohnt. Aus der Hand vom amtierenden Kohlkönig Dieter Noltenius erhielt Günter die Insignien des Königs. Als „Günter der Erste zu Pronstorf“ übernahm er für ein Jahr die Königswürde. Doch wie immer, alles hat einen Haken. Mit der Königswürde wird auch die Pflicht zur Ausrichtung der nächsten Boßeltour übergeben und so lud Günter am 23. Februar 2013 zur großen Boßeltour der fünf Nordregionen in die Strengliner Mühle ein.

Zum Auftakt und Einstimmung auf den Wettkampf reichte seine königliche Hoheit Günter der Erste zu Pronstorf selbst gemachte Pralinen. Mit viel Genuss ließen sich die Teilnehmer die köstlichen Süßigkeiten auf der Zunge zergehen. Nun übernahm unser Präsident Harald Steegen das Zepter. Als Schiedsrichter leitete er den Boßelwettkampf. Nachdem die Teilnehmer in die Rote und Grüne Mannschaft eingeteilt wurden, ging es los. Warm angezogen, mit einem Glas am Bande und einem „P“ zum Vorzeigen marschierten alle zum Dorfrand. Ohne große Einweisung ging es sofort zur Sache.

Die Werfer der beiden Mannschaften kämpften verbissen.

Sehr skurrile und akrobatische Wurftechniken kamen zum Einsatz um den Gegner zu besiegen. Jeder versuchte die Kurven und Unebenheiten der Straße für sich auszunutzen.

Immer wieder verschwanden die rote und die grüne Kugel im Graben oder im dichten Unterholz. Dann schwärmten alle aus, um die Wurfgeschosse zu suchen. Mit dem sogenannten Kraber (eine Art Schöpflöffel mit langem Stiel) wurden die Boßelkugeln dann wieder ans Tageslicht befördert. Der längste Wurf gelang Frank Schwartz am Hartenkamp. Die Kugel rollte und rollte, sogar um eine Kurve. Immer weiter und weiter. Dieser Wurf war nicht zu übertrumpfen.

Auf halber Strecke erwartete uns Günters Frau Gitti mit einer flüssigen Stärkung. Schnell war der Wettkampf vergessen und bei Kaffee, Punsch und kleinen Schnäpschen entwickelte sich rasch eine muntere Gesprächsrunde. Vielleicht wurde hier schon der neue König auserkoren, denn die Vormänner und der Präsident steckten oft ihre Köpfe zusammen. Aber nichts davon drang an die Ohren des Hofstaates.

Endlich Pause

Bisher war erst die Hälfte geschafft und so zog die kleine Schar munter weiter. Mit lauten Schlachtrufen wurden die Werfer von ihrer Mannschaft angefeuert und genauso laut wurden sie von den Gegnern ausgelacht, wenn die Kugel im Straßengraben landete. Leider bewölkte es immer mehr und zum Teil wehte ein ungemütlicher Wind über die Felder. Keiner ließ sich von dieser kalten Brise entmutigen. Die Kragen wurden hochgeklappt und die Mützen wurden tiefer ins Gesicht gezogen, aber aufhören stand nie zur Debatte. Porsche Diesel Fahrer sind Wind und Wetter gewöhnt. Viel zu schnell ging der Boßelwettkampf seinem Ende entgegen. Schon kam die Vicelinkirche am Gut Pronstorf in Sicht. Hier hatte Gitti ein riesiges Kuchen- und Tortenbüffet aufgebaut. Höchstpersönlich stand der Kohlkönig in der Küche, rührte Teig, backte Kuchen und kreierte wahrhaft königliche Torten. Nicht einer schaffte es, von allen Torten zu probieren.

Anschließend ging es zurück in die Strengliner Mühle. Grünkohl, Kassler, Kohlwurst, Schweinebacke und Bratkartoffeln bildeten den Höhepunkt des Abends. Nach diesem „leichten“ Mahl wurde es ernst. Die Regentschaft von „Günter der Erste zu Pronstorf“ endet unter viel Beifall und mit genauso viel Applaus wurde der neue Kohlkönig Dieter von Glahn in seinem Amt begrüßt.

   Dieter von Glahn # Hartmut Kohlscheen #  Harald Steegen # Günter Hagedorn

Somit findet das Boßeln und Grünkohlessen 2014 in Bremerhaven statt, dem Amtssitz des neunen Königs. Bevor zum gemütlichen Teil übergegangen werden konnte, stand noch der Dichterwettbewerb an. Jeder Teilnehmer sollte mit den Worten „Norden“, „Regen“, „Schluck“ und „Porsche“ ein Gedicht vortragen. Das Gedicht von Frank Nietruch aus der Region Berlin-Brandenburg rührte den neuen König zu Tränen und so kürte König Dieter als erste Amtshandlung Frank zum Sieger. Der Siegerpreis, ein kleines Modell vom Porsche Junior steht nun im fernen Berlin. Noch lange saßen alle zusammen und ließen den Tag gemeinsam ausklingen.

 

Hier die Verse von Frank:

  

          Der Nord'n trifft sich Jahr füa Jahr

          zum Boßel-Spiel im Februar.

          Ejal, ob Rejen, Schnee, och Jriesel,

          es tret'n an die Fans von Porsche-Diesel.

 

          Für'n jut'n Wurf jibt et 'nen Schluck,

          die andan krij'n 'nen Händedruck.

          Abends dann beim Kohl, den jrünen,

          freu'n wa uns uff Nordsee-Dünen!

Eine äußerst gelungene Veranstaltung, bei der alles gepasst hat. Die Organisation, die Boßeltour, der gemütliche Abend und besonders das reichhaltige Tortenbüffet. Herzlichen Dank an unseren ehemaligen König Günter und seine Frau Gitti.

 

Sieger wurde übrigens die Rote Mannschaft. Aber letztlich waren wir alle Sieger, denn wir hatten einen schönen Nachmittag und einen sehr gemütlichen Abend.

Fotos und Text: Stefan Barten