Auf den Spuren des Landarztes 2013

Kaum eine Woche nach der großen PDCE-Veranstaltung „Ameland“ startete die Region Ostsee mit der Tour „Auf den Spuren des Landarztes“ ( eine Schlei chende Verführung) in die Saison 2013. 17 Porsche-Diesel und 5 Allgaier „System Porsche“ trafen sich hoch im Norden in Jagel. Am Sportplatz hatten Klaus Ströh und seine Helfer bereits ein Zelt und ein Frühstückstisch hergerichtet. Nach und nach trafen die Teilnehmer ein, parkten die Trailer und luden ihre Rotnasen ab. Anschließend wurden die Traktoren in Reih und Glied aufgestellt. Erst danach ging es zum Frühstück.

Nun übernahm Klaus Ströh die Führung. Er setzte sich mit seinem AP17 an die Spitze und alle folgten ihn. Unser Start begann bei herrlichem Sonnenschein, und so sollte es am Tag auch überwiegend bleiben. Bei der Fahrt nach Schleswig über die Bundesstraße 77, immerhin gut 10km, machte sich eine leichte Müdigkeit breit. Schließlich waren alle sehr früh aufgestanden, um pünktlich zu sein. Trotz der Verursachung eines kleinen Verkehrsstaus erreichten wir Schleswig und wer bei der Durchfahrt des Ortes noch nicht wach war, der hatte das Nachsehen. Stolz empfing uns der Schleswiger Dom, das Wahrzeichen der Stadt. Der Dom ist eines der bedeutendsten Bauwerke der norddeutschen Kirchengeschichte und überragt alle anderen Gebäude.

Weiter ging es durch die malerische Altstadt, durch kleine verwinkelte Gassen über nostalgisches Kopfsteinpflaster in den ältesten Stadtteil, die Fischersiedlung Holm. Manchmal hatte man das Gefühl, dass die Trecker gar nicht durch die Straßen passten, so schmal war es. Und immer konnte man aus den Augenwinkeln die Schlei sehen. Mal in seiner ganzen Breite, mal als schmaler Schlauch. Schade nur, dass man nicht direkt an die Förde kam.

Nun folgte ein weiteres Highlight der Tour. Wir mussten die Schlei überqueren. Nicht über eine Brücke oder durch einen Tunnel, sondern mit der kleinen Fähre in Missunde. Nur in kleinen Gruppen schaffte es der Fährmann uns nach und nach überzusetzen.

Zu unserem Glück befand sich auf der anderen Schlei Seite ein Parkplatz, auf dem die einzelnen Gruppen warteten, bis alle wieder glücklich zusammen waren. Um die Wartezeit zu verkürzen, gab es einen kleinen Imbiss. Belegte Brötchen, Kaffee und erfrischende Getränke hatten Klaus Helfer bereitgestellt. Gerne griffen alle herzhaft zu, obwohl die Mittagsrast nicht mehr weit entfernt war.

Eigentlich sollte es an blühenden Rapsfeldern entlang des südlichen Ufers weiter bis nach Stubbe gehen. Doch das herrliche Gelb fehlte. Der lange Winter hatte die Rapsblüte um ein paar Wochen verschoben. Trotzdem begeisterten die schönen Dörfer und immer wieder der Blick auf die silberschimmernde Schlei. Angekommen am Obsthof Gut Stubbe wurde die Schlepper wie üblich in einer Reihe aufgestellt. Schon wollten alle in das Café stürmen, doch unser Vormann rief sie zurück. Es stand noch eine besondere Ehrung an. Eigentlich sollte diese bei der Jahreshauptversammlung stattfinden, aber unser stellvertretende Vormann Hans-Jakob Hahn konnte nicht daran teilnehmen. Im Namen des Präsidenten Harald Stegen wurde ihm die Bronzene Ehrennadel des PDCE ans Revers geheftet.

               Hans-Jakob Hahn                                  Hartmut Kohlscheen

In der Familie Hahn ersetzt schon lange Diesel das Blut in den Adern. Der Großvater Gerhard hatte Landmaschinenschlosser gelernt und schon immer Porsche Diesel Traktoren repariert. Der Vater Hans-Jakob betreibt einen Bauernhof, auf dem auch heute noch Porsche Diesel Schlepper ihren Dienst versehen und Tochter Flora kaufte sich von ihrem Konfirmationsgeld einen P133, den sie aufwendig restaurierte.

Aber nicht nur die Ehrennadel wurde überreicht. Klaus Ströh erhielt für die hervorragende Organisation der Ausfahrt eine Ehrenurkunde der Region Ostsee.

                                                                          Klaus Ströh

Nun endlich war der Weg ins Café freigegeben. Schnell waren alle Plätze besetzt und eine kräftige Gulaschsuppe stillte den Hunger der Teilnehmer. Es verblieben noch einige Minuten und so konnte man draußen auf der Terrasse den schönen Blick auf die Schlei genießen.

Nun sollte es weiter zum Landarzt gehen. Einzig die Klappbrücke bei Lindaunis stellte sich als Nadelöhr heraus. Zuerst war die Brücke geöffnet, um die vielen Segler ihren Weg nach Kappeln oder Schleswig freizugeben, anschließend konnte die Brücke immer nur in eine Richtung benutzt werden. So dauerte das Überqueren etliche Minuten.

Endlich erreichten wir „Deekelsen“ und die Praxis des Landarztes. Doch der Landarzt war nicht da und der Ort hieß auch nicht Deekelsen sondern Lindaukamp.

Nach einem kurzen Stopp ging es weiter wieder Richtung Missunde. Und so musste uns die Fähre ein weiteres Mal über die Schlei tragen.  Entlang wunderschöner alter Alleen führte uns der Weg zum Schloß Louisenlund. Dieses früh-klassizistische Gebäude war einst der Sommersitz des Gottorfer Statthalters des Königreichs Dänemark. Heute ist hier eine Eliteschule mit Internat untergebracht. Als wir das Schloß umfuhren, ließ sich im Park ein frisch getrautes Hochzeitspaar fotografieren und so ertönten die Hupen unser Rotnasen und unter Winken wünschten wir alles Gute.

 

Unseren letzten Stopp legten wir auf einem kleinen Nebenweg oberhalb der Schlei ein. Bei strahlendem Sonnenschein, frischem Kaffee und selbstgebackenen Kuchen genossen wir den atemberaubenden Ausblick auf die tiefblaue Schlei.

 

 

Nun folgte die letzte Etappe unserer Ausfahrt. Über Wanderwege ging es vorbei am Wikinger-Museum Haitabu, am Haddebyer Moor entlang und wieder zurück nach Jagel.

Damit war die Veranstaltung allerdings noch nicht beendet. Wieder hatten die Helfer uns überrascht. Diesmal mit Grillwurst, Holzfällersteaks und Bier mit und ohne Alkohol. So konnte der gelungene Tag in Ruhe ausklingen.

Es war eine traumhafte Ausfahrt die Klaus und Birte ausgearbeitet hatten. Schade, dass Birte nicht dabei sein konnte. Was dem ganzen natürlich die Krone aufsetzte war das Wetter. Es trug dazu bei, dass wir eine tolle Landschaft im richtigen Licht genießen konnten. Genauso wie es schon in der Einladung beschrieben wurde.

Nochmals vielen Dank an den Organisator und sein Team.

 

Text: Stefan Barten      Fotos: Maja Nietruch, Klaus Ströh